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Bildung
700 Millionen Euro für Schulen in Düsseldorf

Düsseldorf investiert in Schulen
Düsseldorf. Die Grundschule Wickrather Weg wird für fast neun Millionen Euro teils abgerissen und neu gebaut. Auch an anderen Stellen wird die Ferienzeit für Bauarbeiten genutzt. Die Stadt will bis 2021 knapp 700 Millionen Euro investieren. Von Denisa Richters

Für die Mädchen und Jungen an der Gemeinschaftsgrundschule an der Wickrather Straße in Lörick war es kurz vor Beginn der großen Ferien die Attraktion: Bagger rückten an und begannen mit dem Abriss des Mitteltrakts ihrer Schule. "Die Kinder waren ganz begeistert", sagt Schulleiterin Gabriele Cunrady. Wenn sie nach den Ferien wiederkommen, werden sie nicht mehr in Klassenräumen, sondern in Containern unterrichtet, die im hinteren Bereich des Schulgeländes aufgebaut werden.

Das wird bis Mitte 2018 so bleiben. Denn die Schule wird von zwei auf vier Züge vergrößert, wird dann 16 Klassen haben. Auch das Lehrerzimmer wird verdoppelt, "weil bei mehr Schülern entsprechend mehr Lehrkräfte nötig sind", sagt Cunrady. Außerdem bekommt die Schule eine Mensa, einen neuen Bereich für Offenen Ganztag und Mehrzweckräume, wie Projektleiterin Elisabeth Klack erklärt.

Vor allem aber steht diese Schule für viele andere in Düsseldorf, bei denen der Aus- oder Umbau begonnen hat oder unmittelbar bevorsteht. Die Stadtverwaltung arbeitet damit den Baustau der vergangenen Jahren ab und reagiert auf die wachsende Zahl an Einwohnern und damit auch Schülern in Düsseldorf. "Wenn alle Bauarbeiten abgeschlossen sind, werden wir an Grundschulen 150 zusätzliche Klassenräume haben, an weiterführenden Schulen sogar 300", rechnet Oberbürgermeister Thomas Geisel vor. Mit der neuen Schulbaufirma IPM habe man die Möglichkeit geschaffen, die Prozesse zu beschleunigen und am Ende sogar Geld zu sparen. In der Liste der Schulbaumaßnahmen ist zu sehen, wie kurz der Zeitraum zwischen dem politischen Finanzierungsbeschluss und dem Baubeginn inzwischen ist: In einigen Fällen sind es nur fünf bis sechs Monate.

Gabriele Cunrady, Leiterin der Gemeinschaftsgrundschule am Wickrather Weg, freut sich, dass abgerissen ist, wo bald neu gebaut wird. FOTO: Hans-Jürgen Bauer

"Derzeit laufen zwölf Maßnahmen parallel, hinzu kommen sechs der IPM - so viel Schulbau gab's in den vergangenen Jahrzehnten noch nie", sagt Florian Dirszus, Projektleiter Schulbau bei der Stadt. Er war zuvor im Büro von Geisels Amtsvorgänger Dirk Elbers für Hochbau zuständig gewesen, kennt also die Situation der vergangenen Jahre. Der Schwerpunkt lag da vor allem auf Schulsanierungen, mit steigenden Schülerzahlen steigt jedoch auch der Ausbaudruck.

Insgesamt wurden von der Politik mit den vier Paketen an Schulorganisatorischen Maßnahmen (SOM) 42 Projekte mit einem Gesamtvolumen von bis zu 550 Millionen Euro beschlossen. Hinzu kommen der geplante Neubau des Albrecht-Dürer-Berufskollegs in Benrath, der mit mit 68 Millionen Euro angesetzt ist, sowie IPM-Maßnahmen mit einem Volumen von 87 Millionen Euro. "Damit sind 85 Prozent der Bedarfe abgedeckt", sagt Dirszus. Weil aber schon jetzt feststeht, dass dies angesichts der Einwohnerentwicklung immer noch nicht reichen wird, soll Ende dieses Jahres, spätestens Anfang 2017 das fünfte SOM-Paket geschnürt werden. "Mit den einzelnen Paketen machen wir die Prioritäten und die Reihenfolge der Umsetzung deutlich", sagt Dirszus. Das soll für alle Beteiligten mehr Transparenz schaffen.

Quelle: RP
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