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Analyse
78 Millionen Euro für die Kulturbauten

Düsseldorf. Eine ganz Reihe umfangreicher Bauprojekte steht in den kommenden Jahren im Kulturbereich an. Dabei geht es auch um den Erhalt einiger der bekanntesten Baudenkmäler der Stadt. Von Arne Lieb

Der Bauausschuss wird heute voraussichtlich beschließen, das Stadtmuseum in der Carlstadt für 6,5 Millionen Euro zu sanieren (siehe Text unten), erst kürzlich hat die Politik grünes Licht dafür gegeben, dass das Dach des Theatermuseums für 1,8 Millionen Euro erneuert wird. Viele weitere Arbeiten an Museen und Bühnenhäusern stehen an, dazu zählen auch markante Baudenkmäler wie Schloss Benrath oder das Schauspielhaus. Eine interne Liste der Stadtverwaltung macht einen Sanierungsbedarf von bis zu 78 Millionen Euro aus. Die wichtigsten Fragen:

Was ist das nächste Großprojekt?

Die drängendste Sanierung ist das Schauspielhaus. Dort muss unter anderem die Haustechnik erneuert werden. Die Kosten werden auf mindestens 14,5 Millionen Euro geschätzt. Eine wichtige Frage ist ungeklärt: Ein Gutachter prüft, ob die Fassade erneuert werden muss. Ein Austausch der denkmalgeschützten Blechverkleidung würde mit etlichen Millionen Euro zusätzlich zu Buche schlagen. Diese Sanierung ist heikel wegen des Zeitdrucks: Das Haus soll Anfang 2016 schließen - und im Sommer zum Antritt des Intendanten Wilfried Schulz fertig sein. Stadt und Land haben zugesagt, ihr Möglichstes dafür zu tun, dass der Termin eingehalten wird. Sollte Schulz zunächst auf die Spielstätte verzichten müssen, wäre das ein ungünstiger Start.

Welche Projekte stehen noch an?

Handlungsbedarf besteht auch bei zwei Schlössern. Das Goethemuseum in Schloss Jägerhof muss dringend saniert werden (geschätzte Kosten: vier Millionen Euro). Zudem starten in diesem Jahr die Planungen für Schloss Benrath. Auch an dem Wahrzeichen im Düsseldorfer Süden gibt es viel zu tun. Es soll in Abschnitten saniert werden, die Rede ist von 21 Millionen Euro Kosten. Die Schätzung ist aber mit Vorsicht zu genießen - das gilt für alle Kulturbauten. Denn in den denkmalgeschützten und häufig historischen Gebäuden gestalten sich die Arbeiten oft schwieriger als erwartet. So auch im Museum Kunstpalast, einem Dauer-Sorgenkind unter den Kulturgebäuden. Dort ging 2011 die letzte Dachsanierung daneben, das Dach muss erneut saniert werden. Das will die Politik bald angehen, wohl gemeinsam mit Arbeiten an der Statik. Gesamtkosten: 7,5 Millionen Euro. Auf der Liste stehen auch weitere mögliche Sanierungen für rund fünf Millionen Euro. Das Opernhaus ist ebenfalls ein Dauer-Thema. Arbeiten an der Audio- und Videotechnik in Höhe von rund vier Millionen Euro sind mit Priorität vorgesehen, dazu könnten weitere Millionen für die Instandsetzung kommen. Kulturdezernent Hans-Georg Lohe regt an, einen jährlichen Betrag für Sanierungen an dem Haus einzustellen.

Gibt es einen Sanierungsstau?

Das zumindest beklagen SPD und Grüne seit langem. "Schwarz-Gelb hat der Schuldenfreiheit und dem Kö-Bogen alles andere untergeordnet", sagt etwa SPD-Politiker Matthias Herz. Die Ampel-Koalition hat angekündigt, auf die Sanierung der Kulturbauten einen Schwerpunkt zu legen. Man muss aber sagen: Auch in den vergangenen Jahren ist eine Reihe von Arbeiten auf den Weg gebracht worden. Derzeit werden Aquazoo, Mahn- und Gedenkstätte, Heine-Institut und Schifffahrtsmuseum saniert. "Man muss solche großen Projekte immer nach und nach angehen", sagt FDP-Politiker Manfred Neuenhaus, an alter und neuer Ratsmehrheit beteiligt. Spannend wird, ob die Ampel ihre ehrgeizigen Ziele bis zur Wahl 2020 umsetzen kann. Denn auch sie muss Prioritäten setzen. Auch für Wohnen, Schule oder Schwimmbäder werden viele Millionen benötigt.

Was ist der "Masterplan Kulturbauten"?

Die Politik wünscht eine Liste, welche Sanierungen anstehen - im Grunde also eine offizielle Version des intern vorliegenden Dokuments. Wann der "Masterplan" präsentiert wird, ist unklar.

Quelle: RP
 
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