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Bertastraße in Düsseldorf
92-Jähriger stirbt bei Unfall

Bertastraße in Düsseldorf: 92-Jähriger stirbt bei Unfall
Anwohner Daniel Keuck, Kirsten Zander, Laya und Anna Bosch, Alexandra Mazang und Albert Waldhoff (verdeckt) an dem missachteten Übergang FOTO: Endermann
Düsseldorf. Ein 92-jähriger Mann ist in Gerresheim von einem Auto erfasst worden und im Krankenhaus an seinen schweren Verletzungen gestorben. Die Anwohner der Bertastraße klagen seit langem über die Gefahrenstelle.

Er war gerade mit dem 724er-Bus gekommen und an der Haltstelle Königsbusch ausgestiegen. Als der 92-Jährige am späten Freitagnachmittag von dort aus die schmale Bertastraße überqueren wollte, erfasste ihn ein Auto. Der Senior wurde zu Boden geschleudert und erlitt schwere Verletzungen, denen er später im Krankenhaus erlag. Der 47 Jahre alte Neusser, der mit seinem VW in Richtung Zamenhofweg unterwegs war, erlitt einen Schock. Das Unfallaufnahmeteam der Polizei (VU-Team) sicherte die Spuren und versucht zu klären, ob der hochbetagte Fußgänger den Überweg genutzt hat. Zeugen, die dazu oder zum Unfallhergang Angaben machen können, werden gebeten, sich unter 0211 8700 zu melden.

Der Überweg, sagt Anna Bosch, sei erst vor einem Jahr angelegt worden, weil die Anwohner darauf gedrängt hätten. "Aber das ist immer noch keine ausreichende Lösung", sagt die Mutter zweier Kinder, die seit Jahren auf der Bertastraße nicht nur den zunehmenden Verkehr mit Unwillen beobachtet. Zumal kaum ein Autofahrer am Zebrastreifen stoppt - auch nicht, wenn Fußgänger warten. "Vor allem, wenn wenig Verkehr ist, wird die Straße außerdem als Rennstrecke genutzt - obwohl hier viele Kinder wohnen."

Auf der schmalen, schnurgeraden und knapp einen Kilometer langen Straße, an die auf der einen Seite Kleingärten, auf der anderen Einfamilienhäuser angrenzen, gilt Tempo 50. Zuviel, sagt nicht nur Anna Bosch. Auch viele ihrer Nachbarn wünschten sich Tempo 30. Albert Waldhoff hat deshalb schon an die Stadt geschrieben, ohne Erfolg. Die Rheinbahn sei dagegen.

Raser und rücksichtslose Fahrer, die den Fußgängerüberweg ignorieren, sind nicht das einzige Problem der Bertastraße-Anwohner: Viele Kleingärtner parkten auf der ohnehin schon schmalen Fahrbahn, berichten sie. Dann muss man sich mit dem Gegenverkehr verständigen, wer fahren kann - nicht immer funktioniere das. Obendrein seien die Bürgersteige - für Kinderwagen oder Rollstuhlfahrer ohnehin schon eng - oft von Hecken überwuchert. "Dann muss man auf die Straße ausweichen", sagt Anna Bosch. Und das ist vor allem für Kinder gefährlich. Jetzt wollen die Anwohner erneut eine Initiative starten.

(sg)