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Kampf gegen Raser
A44-Blitzer: 1500 Führerscheine weg

Radarfallen in Düsseldorf: Das sagen unsere Leser
Radarfallen in Düsseldorf: Das sagen unsere Leser FOTO: ddp
Düsseldorf. 2009 gab es zwar weniger Tempoverstöße, aber es gibt weiter viele Raser zwischen Flughafentunnel und Niederrheinbrücke. Der Schnellste wurde im vorigen Jahr mit 210 km/h erwischt. Allgemein sieht sich die Stadt in ihrem Kampf gegen Raser bestätigt: Die Zahlen gehen zurück. Was unserer Leser zum Thema Radarfallen in Düsseldorf sagen, lesen Sie hier. Von Jörn Tüffers

Josef Klüh war einer der prominenten Raser, die auf der A 44 geblitzt worden sind. Der Düsseldorfer Unternehmer musste im vergangenen Jahr für vier Monate seinen Führerschein abgeben, nachdem er im Juni 2008 mit Tempo 135 geblitzt worden war. 35 km/h mehr als erlaubt. Ende April steht ein Profi des Fußball-Bundesligisten VfL Bochum vor Gericht, weil er mit 140 km/h unterwegs war.

Die Radaranlage zwischen Flughafentunnel und Niederrheinbrücke hat im vergangenen Jahr 1484 Fahrer den Führerschein gekostet. Insgesamt aber gehen die Tempoverstöße zurück. 56 590 waren es im vergangenen Jahr. Deutlich weniger als 2008. Da waren es noch 67 940. Zum Vergleich: 2007 wurden fast 100 000 Raser geblitzt.

Michael Zimmermann führt die Entwicklung bei der Anlage, die 2004 in Betrieb genommen worden ist, auf deren gestiegenen Bekanntheitsgrad zurück. Der kommissarische Leiter des Ordnungsamts ist sicher: "Die Verstoßquote wird weiter sinken."

Gleichwohl: Die A 44-Blitzer haben erheblich dazu beigetragen, dass Verkehrssünder der Stadt im vergangenen Jahr rund 13,4 Millionen Euro in die Kasse gespült haben. Das freut Kämmerer Helmut Rattenhuber. Zimmermann dagegen versichert, dass es nicht darum gehe, Verkehrsteilnehmer "abzuzocken". Wo auch immer geblitzt werde, diene es der Sicherheit.

Mit 159 km/h durch den Tunnel

Seit Oktober 2009 gehört der Rheinufertunnel dazu. Auch dort macht sich der Kampf der Stadt gegen Raser schon nach wenigen Monaten bemerkbar. Waren im ersten Monat noch 10 945 erwischt worden, waren es im Februar nur noch 3944. Parallel sinken dort die gravierenden Überschreitungen. Im Oktober 2009 gingen 894 Bußgeldbescheide raus – an all jene, die bei erlaubten Tempo 70 mit 91 km/h und schneller unterwegs waren. Im vergangenen Monat waren es noch 179. Unerreicht bleibt auch der Negativrekord. Am 9. Oktober raste ein Mercedesfahrer mit Tempo 159 durch den Tunnel.

Die höchste in einer Tempo-30-Zone gemessene Geschwindigkeit geht ebenfalls aufs Konto eines Mercedes-Fahrers: Er wurde mit 77 km/h auf der Werstener Friedhofstraße erwischt. Und das bei helllichtem Tag um 15.20 Uhr. Ein Mercedes-Fahrer war es auch, der erheblich zu schnell auf der A44 unterwegs war. Statt der erlaubten 100 brachte er es auf Tempo 210.

Nur auf innerstädtischen Straßen war ein Fahrer einer anderen Marke schneller: Auf der Erkrather Straße wurde im vergangenen Jahr ein Porsche-Fahrer mit Tempo 126 erwischt. 50 ist erlaubt.

Im Kampf gegen Raser setzt die Stadt unverändert auf Starenkästen. Sie stehen an sieben Standorten im gesamten Stadtgebiet. Die meisten Verstöße (22 999) wurden auch im vergangenen Jahr auf dem Südring stadteinwärts registriert. In der Gegenrichtung waren es immerhin noch 5325, Auf'm Hennekamp 9325 und auf der Münchener Straße 3925. Rückläufig sind die Zahlen bei der Mobilen Verkehrsüberwachung: 44 331 Verstöße im vergangenen Jahr stehen 49 655 im Jahr zuvor gegenüber.

Negativ fällt in der Statistik dagegen eine andere Zahl auf: Das Parken auf Behinderten-Parkplätzen war der häufigste Grund fürs Abschleppen von Fahrzeugen. "Die Mangelware Parkplatz sorgt offenbar dafür, dass einige Leute immer rücksichtsloser werden", sagt Zimmermann.

Besonders in der Innenstadt seien durch die zahlreichen Baustellen Parkplätze weggefallen. Diese Entwicklung bereitet ihm vor allem deshalb Sorge, weil 2009 insgesamt weniger Autos abgeschleppt werden mussten als im Jahr zuvor. "Wir werden in diesem Bereich weiter verstärkt kontrollieren", kündigte der kommissarische Leiter des Ordnungsamt an.

Quelle: RP
 
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