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Düsseldorf
Abgeordnete wollen Regierungsviertel

Düsseldorf: Abgeordnete wollen Regierungsviertel
Diese Animation zeigt den Entwurf des Architekturbüros Nattler für den Ministeriumsneubau an der Haroldstraße. Das Gebäude auf der linken Seite ist das Familienministerium. FOTO: Nattler
Düsseldorf. Der Zusammenschluss der Düsseldorfer Landtagsabgeordneten - genannt "Elferrat" - will die Planungen für ein Regierungsviertel in der Landeshauptstadt vorantreiben. Gemeinsam mit einem Architekturbüro legen die Politiker eine Idee für einen Neubau auf dem Gelände des ehemaligen Innenministeriums an der Haroldstraße, in unmittelbarer Nähe des Landtags, vor. Von Arne Lieb

Sie regen an, dass dort die drei Ministerien einziehen, die sich bislang an anderen Stellen der Stadt befinden. Die Abgeordneten versprechen sich dadurch kürzere Wege, kostensparende Synergieeffekte und ein klarer sichtbares Quartier für die Landespolitik. Bis voraussichtlich 2021 wird das Polizeipräsidium das leerstehende Ministeriumsgebäude als Ausweichquartier nutzen, danach könnte gebaut werden. "Wir müssen die Debatte jetzt führen, damit die Jahre zur Planung genutzt werden", sagt Stefan Engstfeld (Grüne), einer der Sprecher der Abgeordneten-Gruppe.

Seit vielen Jahren wird über ein stärker konzentriertes Regierungsviertel rund um den Landtag diskutiert. Die Abgeordneten erhoffen sich dadurch auch Potenziale für die Stadtentwicklung. Sie schlagen vor, dass das Justizministerium (bislang im früheren Landgerichtsgebäude am Martin-Luther-Platz) und das Finanzministerium (bislang an der Jägerhofstraße) an die Haroldstraße umziehen. Dadurch könnte die Stadt die beiden attraktiven Standorte in der Innenstadt anders entwickeln - und das Land durch einen Verkauf der Immobilien den Neubau teilweise finanzieren.

Auch das Umweltministerium (bislang Schwannstraße) und möglicherweise auch die Staatskanzlei (bislang im Stadttor) könnten in den Neubau umziehen. Beide Institutionen sind zur Miete untergebracht, mit Kosten von insgesamt 7,6 Millionen Euro pro Jahr. "Durch eine gute Planung könnte man Leerstand vermeiden und Steuergeld sparen", sagt Markus Herbert Weske (SPD). Die Abgeordneten wollen über das Thema weiter mit den Spitzen von Stadt und Land reden. Sie hoffen auf Unterstützung von beiden Beteiligten.

Seit langer Zeit ist grob ein Hochhaus (genannt "Bärbel-Höhn-Tower") an der Stelle des ehemaligen Innenministeriums geplant, der Entwurf des Architektenbüros sieht nun ein deutlich niedrigeres Bauwerk vor. Thomas Höxtermann, Geschäftsführer des Büros Nattler, spricht von einem "transparenten Gebäude" mit sechs bis acht Geschossen, das funktional und "ohne Protz" sei. Die gemeinsame Unterbringung der Ministerien helfe beim Sparen und verspreche Flexibilität. "Die Ministerien können wachsen, schrumpfen und zusammenziehen", sagt Höxtermann. Die Kosten für den Neubau schätzt er auf 100 Millionen Euro.

Der "Elferrat" besteht aus den zehn Abgeordneten aus Düsseldorf (drei SPD, drei Grüne, drei Piraten und einer CDU) sowie Robert Orth (FDP), der in der laufenden Wahlperiode sein Mandat niedergelegt hat.

Quelle: RP
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