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Ehemalige JVA in Düsseldorf
Abriss der Ulmer Höh' beginnt im Februar

Ehemalige JVA in Düsseldorf: Abriss der Ulmer Höh' beginnt im Februar
Auf dem 35.000 Quadratmeter großen Gelände der ehemaligen JVA Ulmer Höh' werden bis Ende September sämtliche Gebäude, Mauern und Zäune abgerissen. FOTO: Christoph Reichwein
Düsseldorf. Noch in diesem Monat wird eine Abbruchfirma mit den Vorarbeiten für den Abriss der JVA Ulmer Höh' beginnen. Die Arbeiten sollen Ende September 2017 beendet werden. Von Sonja Schmitz

Das Unternehmen Linkamp aus Anröchte hat den Auftrag, auf dem 35.000 Quadratmeter großen Gelände 120.000 Kubikmeter Gebäude und 600 Meter Gefängnismauer abzureißen. Damit endet die Zeit, in der die Gefängnisgebäude seit dem Auszug der Häftlinge im Februar 2012 leer standen und sich äußerlich nichts tat. Zumindest nichts, was als Fortschritt der Pläne des Eigentümers Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW gelten konnte. Vielmehr sorgten Brandstiftung, Einbrüche und Diebstahl auf dem Gelände für Schlagzeilen. Seit dem 1. November ist nun die Verkehrssicherungspflicht des Grundstücks auf die Firma Linkamp übergegangen.

Zu ihren Aufgaben im Vorfeld des Abbruchs zählt auch die Schadstoffsanierung. "Bei dem mehr als 100 Jahre alten Gebäude müssen Schadstoffe wie Asbest, PCB und künstliche Mineralfasern entsorgt werden", erklärt BLB-Sprecherin Christa Bohl. "In der Phase der Schadstofftrennung wird ein Sachverständiger ständig vor Ort sein."

Fotos: Vandalismus: So sieht es in der Ulmer Höh' aus FOTO: Bert Beckers Photography

Die umfangreichen Abbrucharbeiten beginnen dann in der zweiten Februarwoche. Mit Hydraulikbaggern werden auf dem Gelände eine ganze Reihe von Gebäuden abgerissen: Innerhalb der Haftmauer sind es acht Gebäude mit bis zu vier Geschossen aus Ziegelmauerwerk. Dazu zählt das Männer- wie auch das ehemalige Jugendgefängnis. Außerhalb der Gefängnismauer befinden sich die ehemaligen Dienst- und Wohngebäude Ulmenstraße 99-101 und Metzer Straße 26-48. Zu der Mauer mit 600 Meter Länge, sechs Meter Höhe und 80 Zentimeter Breite kommen noch einmal 530 Meter Zaunanlagen aus Stahl, Maschendraht und Mauerwerk hinzu. Ende September sollen die Abrissarbeiten, die mit Kosten in Höhe von mehr als einer Million Euro veranschlagt werden, beendet sein.

Ulmer Höh': Ein Blick in die neue JVA FOTO: Bretz, Andreas

Die Kapelle, die vom Abriss ausgenommen wird, soll für ein soziales Wohnprojekt zur Verfügung stehen. Die privat organisierte Baugruppe "Leben-Kunst-Ulmer-Höh" um Horst Wackerbarth hatte bereits vor Jahren ihr Kaufinteresse signalisiert. Auf dem übrigen Gelände sollen insgesamt 330 Wohnungen entstehen. Land und Stadt hatten sich Mitte vorigen Jahres darauf geeinigt, dass dort zu 50 Prozent sozialer Wohnungsbau entstehen soll und damit mehr als das Handlungskonzept Wohnen des Stadtrats vorsieht (20 Prozent). Dafür soll auf den festgeschriebenen Anteil von günstigen, aber nicht sozial geförderten Einheiten verzichtet werden.

Auf Anfrage der Rheinischen Post erklärte ein Sprecher des BLB, es sei geplant, noch in diesem Jahr mit dem Verkaufsverfahren zu beginnen. Ursprünglich war der Verkauf des Grundstücks bereits für Ende 2015 geplant. Dass dieser auf sich warten ließ, hatte ein BLB-Sprecher im Sommer begründet mit "Gesprächen und Klärungen mit Nachbarn, innerhalb der Landesregierung und mit der Kommune", um mehr Sicherheit für Investoren zu schaffen.

Quelle: RP
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