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Düsseldorf
Achenbach: Weitere Insolvenzverfahren eröffnet

Helge Achenbach: Bilder vom Prozessauftakt
Helge Achenbach: Bilder vom Prozessauftakt FOTO: Schaller,Bernd
Düsseldorf. Insolvenzverwalter führt jetzt acht Firmen des Kunstberaters. Im Betrugsprozess soll demnächst Tony Cragg aussagen. Von Stefani Geilhausen

Für nächste Woche ist Marc d'Avoine als Zeuge ins Essener Landgericht geladen. Der Ratinger Rechtsanwalt ist Insolvenzverwalter in mehreren Firmen des dort wegen Betruges angeklagten Kunstberaters, soll dem Gericht helfen, im komplizierten Geflecht der Achenbach-Unternehmen durchzublicken.

Seit Freitag vertritt d'Avoine nun offiziell neben der Achenbach Kunstberatung, der Monkey's Gatronomie GmbH und der State of the Art AG fünf weitere Firmen der Gruppe, für die er bislang vorläufig eingesetzt war. Das Amtsgericht hat die Insolvenzverfahren für die Monkey's Gastronomie Verwaltungsgesellschaft, die Robinson & Freitag und die Beach Boat GmbH, die Kö 36 Gastronomie GmbH und die State of the Art International Art Advisory GmbH eröffnet.

Ein weiterer Antrag liegt für die Achenbach Beteiligungs GmbH vor. In diesem Fall werde die Vermögenslage noch geprüft, heißt es aus dem Gericht.

Wann die Verfahren abgeschlossen sein werden, ist derzeit noch nicht absehbar. Aus den Lagerbeständen der Kunstberatung etwa sollen bis in den Sommer etliche Kunstwerke über Auktionshäuser und auf dem freien Markt verkauft worden sein, um aus dem Erlös Gläubigerforderungen befriedigen zu können. Der größte Gläubiger ist die Familie des verstorbenen Aldi-Erben Berthold Albrecht, den Helge Achenbach beim Oldtimer- und Kunstkauf übervorteilt haben soll. Die Familie fordert 19,3 Millionen Euro Schadenersatz. Ihre Strafanzeige hatte im vergangenen Jahr auch die Ermittlungen in Gang gebracht, an deren Ende Achenbach verhaftet und wegen Betrugs und Untreue angeklagt wurde.

Im Prozess in Essen hatte vorvergangene Woche eine ehemalige Mitarbeiterin Achenbachs berichtet, ihr Chef habe die Zahl seiner Firmen immer reduzieren wollen. "Aber dann kam irgendwie immer eine neue dazu." Im Prozess war auch mehrfach von Rechnungen die Rede, die sich Achenbach-Unternehmen gegenseitig stellten. Unter anderem dazu will das Gericht heute den Kriminalbeamten befragen, der die Finanzermittlungen führte.

Außerdem wird heute ein Düsseldorfer Galerist als Zeuge befragt, der nach einem direkten Verkauf an Albrecht eine Provision an Achenbach gezahlt haben soll. Nächste Woche will das Gericht zudem den früheren Direktor der Kunstakademie, Tony Cragg, vernehmen.

Quelle: RP