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Düsseldorf
Adventskalender verbindet die Viertel

Düsseldorf: Adventskalender verbindet die Viertel
Konstanze Meschke, Stephan Pörtner, Stefan Weller, Christine Spans, Angelika Langnickel, Sebastian Delißen (v.l.) im Gemeindehaus der Friedenskirche an der Florastraße FOTO: Andreas Endermann
Düsseldorf. 24 Tage, 24 Orte, je 30 Minuten: Eine ökumenische Aktion bringt im Advent mit Andachten, Erzählungen und Musik Menschen zusammen. Treffen gibt es in Unterbilk, Bilk und Friedrichstadt. Von Nicole Esch

"Wenn ich auf die Idee käme, nächstes Jahr keinen Adventskalender zu machen, müsste ich mich warm anziehen." Konstanze Meschke, Pfarrerin der evangelischen Friedens-Kirchengemeinde, freut sich sehr über den Erfolg des "Lebendigen Adventskalenders" in Unterbilk, Bilk und Friedrichstadt. Vor zwölf Jahren setzte sie die Idee zum ersten Mal um.

Für Meschke war von Anfang an klar, dass der Kalender ökumenisch sein sollte. Daher holte sie sich die katholischen Kirchengemeinden St. Antonius, St. Martin und St. Peter an Bord. "Wir wollten das richtig groß machen. Die ganze Gemeinde sollte mit einbezogen werden", erzählt die Pfarrerin. "Auf diese Weise können wir den Menschen zeigen, wo es im Stadtteil überall kirchliche Orte gibt." So gehören die Kirchen, Kindergärten, Schulen oder auch Altenheime zu den Veranstaltungsplätzen des Adventskalenders. Aber auch Orte, die man sonst kaum besuchen würde oder könnte wie "Horizont", der Tagesaufenthalt für Obdachlose, das Polizeipräsidium oder der Landtag sind vertreten. "Mittlerweile ist der ,Lebendige Adventskalender' nicht mehr nur religiös, sondern auch gesellschaftspolitisch", findet Meschke.

Längst sind die Stadtteile Bilk, Unterbilk und Friedrichstadt nicht mehr die einzigen mit einem von den Kirchen organisierten "Lebendigen Adventskalender". Immer mehr Gemeinden hätten sich für das Konzept interessiert und bei der Pfarrerin gefragt, ob sie das nachmachen dürften. "Je mehr dergleichen passiert, umso besser", sagt Meschke und freut sich über die stadtweite Verbreitung der Aktion.

Zur Idee des Kalenders gehört es, an 24 Tagen an 24 Orten für rund 30 Minuten zusammenzukommen, Abstand vom hektischen Alltag zu nehmen und sich zu besinnen. Die unterschiedlichen Veranstalter bieten mit Andachten, Erzählungen, Musik und vielem anderen ein buntes Angebot. Im Vordergrund steht dabei das gemeinschaftliche Erleben. Die Schüler der Flora-Realschule ziehen beispielsweise singend und musizierend über die Florastraße bis zum evangelischen Krankenhaus und beziehen so die ganze Nachbarschaft mit ein. Rektor Sebastian Delißen habe die Erfahrung gemacht, dass viele Menschen dazukommen und mitsingen. Auch Stefan Weller, Jugendleiter der Friedenskirchengemeinde, freut sich jedes Jahr, wenn die zahlreichen Besucher in das kleine Bistro der Kirche kommen und an einer Andacht teilnehmen. "Das macht viel Spaß und ist eine schöne Aktion." Besonders beliebt sei der Termin im Polizeipräsidium, sagt Christine Spans, die dort mit den Kindern der Gemeinschaftsgrundschule Konkordiastraße für festliche Stimmung sorgt. Für Pfarrer Stephan Pörtner sind das Turmblasen und der Besuch im Landtag die Highlights. Angelika Langnickel war bisher nur Besucherin der Veranstaltungen. Dieses Jahr ist sie mit der katholischen Bücherei St. Martin zum ersten Mal aktiv dabei. "Ich finde es schön, mit immer neuen Menschen zusammenzusitzen. Für eine halbe Stunde ist man in einer anderen Welt", erzählt Langnickel ihre Begeisterung für den Kalender.

Die Termine sind auf den gedruckten klassischen Adventskalendern zu finden, die in den Gemeindezentren, den Austragungsorten und Geschäften ausliegen. Auch die Internet-Seite www.lebendiger-adventskalender-bilk.de bietet Informationen über die Veranstaltungen.

Quelle: RP
 
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