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Luxusimmobilien sind gefragt
Ältere Millionäre drängt es nach Düsseldorf
Düsseldorfs teuerste und günstigste Wohngegenden
Düsseldorfs teuerste und günstigste Wohngegenden FOTO: RP, Werner Gabriel
Düsseldorf. Die Nachfrage nach Immobilien der absoluten Luxusklasse in Düsseldorf ist hoch wie nie. Nicht nur gut Verdienende wie Fußballstars zieht es in die NRW-Landeshauptstadt, sondern auch ältere Paare mit viel Kapital, die den Lebensabend hier verbringen wollen. Von Hans Onkelbach

Dietrich Friedr. Ruß hat was übrig für feine Immobilien. Das sieht man schon an seinem Büro- und Wohnhaus in Düsseltal. Das Gebäude aus den Jahren kurz nach der Jahrhundertwende (der vorletzten!) ist sehr gepflegt und stilgerecht restauriert, dass es wohl kein Schnäppchen war, darf man als sicher voraussetzen. Auf einem kleinen Beistelltisch liegt ein sichtlich neuer Fußball, übersät mit Autogrammen: die Namenszüge von Felix Magath, Rudi Völler, Raul, Michael Ballack und anderen Fußballgrößen, denen Ruß hier eine Unterkunft besorgen konnte.

Ruß ist Geschäftsführender Gesellschafter der Firma Hausmann Bauregie. Er hat sich spezialisiert auf Immobilien der Top-Liga - man könnte auch sagen: Luxus-Wohnungen und -Häuser. Natürlich ist der Mann diskret, nennt keine Namen. Aber er berichtet dennoch von einer ganz anderen Form der Wohnungs-Not.

Denn sie sind knapp, die Bleiben, die die Kunden des Herrn Ruß gern hätten. Begehrt sind mindestens 150 qm große (gerne auch sehr viel größere) Eigentumswohnungen in den Spitzenlagen in Oberkassel, im Zooviertel oder an ähnlichen Adressen. Die Ausstattung hat von allererster Güte zu sein, und - ganz wichtig - der Platz fürs Auto darf nicht fehlen. Wobei man diese Bedingung eigentlich immer im Plural formulieren muss: Normalerweise hat ein solcher Haushalt mehrere Wagen. Und sie alle sollen nachts ins Trockene. Also weiß Ruß von Interessenten, die gleich drei, sechs oder acht Stellplätze verlangen. Ist das Ganze nicht darstellbar, wird halt in der Nähe (möglichst nebenan) eine weitere Wohnung gekauft. Und das nur, weil zu ihr mehrere Stellplätze gehören. Ruß kennt solche Beispiele.

Er weiß auch von einem Ehepaar, das sich stritt, weil die Frau einen Stellplatz zum Hundewaschplatz umbauen wollte. Das Argument des Gatten, man habe doch gar keinen Hund, ließ sie nicht gelten. Schließlich sei es ja möglich, dass man mal einen anschaffe. Man sieht: Geld spielt keine Rolle: Die Rede ist von Eigentumswohnungen, die mindestens 4400 Euro/qm kosten, aber auch schon mal 10 000. Ruß: „Sie können sich sicher vorstellen, wie ausgefallen Wünsche von Kaufinteressenten sind, die eine Eigentumswohnung für 2,5 Millionen Euro suchen.“ Er hat aber schon welche für 4,5 Millionen verkauft - in Düsseldorf. Er hat auch einen Kunden gehabt, der seine feine Bleibe in der Innenstadt gefunden und sich schließlich einen Porsche Carrera gekauft hatte, obwohl er keinen Stellplatz finden konnte. Auf die Frage, warum er denn ausgerechnet diesen Wagen wollte, obwohl er sich immer nur in der Stadt bewegte, argumentierte der Mann, sein Stadtviertel sei dauernd von Pendlern zugeparkt, Platz für Autos also knapp. Also habe er sich für solch einen Kleinwagen entschieden, denn der passe in enge Parklücken.

Ruß beobachtet seit geraumer Zeit eine ganz neue Klientel, die immer häufiger in die Stadt zieht: ältere Ehepaare aus Recklinghausen oder Hagen, die dort Unternehmer waren und die Firma gut verkauft haben. Nun haben sie Kapital und Zeit satt. Genießen wollen sie das nicht in einer Stadt, in der man „nicht mal eine Louis-Vuitton-Tasche kaufen kann“, sondern in Düsseldorf. Also sucht man hier eine standesgemäße Bleibe.

Um die Nachfrage nach solchen Immobilien zu befriedigen, werden immer häufiger in den guten Lagen - Cecilienallee, Kaiser-Wilhelm- oder Kaiser-Friedrich-Ring, im Zoo-Viertel, aber auch in Flingern - bestehende Gebäude abgerissen und in einem schon nach außen Exklusivität ausstrahlenden Design neu errichtet. An der Bankstraße wird ein Bürogebäude aus den 70er Jahren, noch im Top-Zustand, abgerissen, um Platz für Wohnungen zu schaffen.

Quelle: RP
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