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Sommerferien in Düsseldorf
Ärger über geschlossene Hallenbäder

Sommerferien in Düsseldorf: Ärger über geschlossene Hallenbäder
So schön leer, aber nicht benutzbar: das 33-Meter-Becken im Rheinbad. Der Hubboden wird dort gewartet, deshalb ist das Becken noch bis Ende der Woche für die Besucher gesperrt. FOTO: Uwe-Jens Ruhnau
Düsseldorf. In den Ferien sind viele Hallenbäder teilweise oder vollständig geschlossen. Grund sind Sanierungs- und Wartungsarbeiten, aber auch Kosten müssen gespart werden. Gäste kritisieren, dass es dadurch anderswo zu voll wird. Von Laura Ihme

Heidi Pander ist verärgert. Seit mehr als zehn Jahren ist sie Stammkundin im Düsseldorfer Rheinbad, besucht mit einer Freundin dort die Aqua-Fitnesskurse. Doch jetzt im Sommer ist das nicht möglich: Das 33-Meter-Becken in dem Bad ist gesperrt, das Kursprogramm abgesagt. "In andere Bäder kann man kaum ausweichen, es ist zu voll. Zudem sind viele andere Bäder geschlossen", sagt sie. Schwimmvergnügen sehe anders aus.

Tatsächlich sind derzeit mehrere Hallenbäder in Düsseldorf gleichzeitig entweder teilweise oder vollständig geschlossen - und das aus ganz unterschiedlichen Gründen. Im Rheinbad wird das 33-Meter-Becken noch bis Sonntag gewartet. "Der Hubboden des Beckens, mit dem die Tiefe einstellbar ist, wird derzeit überprüft. Das müssen wir jedes Jahr machen", sagt Lena Eich von der Bädergesellschaft, die die meisten Schwimmbäder in der Stadt betreibt. Die Sommerferien seien der günstigste Zeitpunkt dafür, "vor allem, da es ja noch das 50-Meter-Becken und das Freibad gibt".

Nur das Kursprogramm finde in dieser Zeit eben nicht statt. Alternativ könnten Kunden ins Unterrather Bad oder in die Münster-Therme ausweichen. Das ist allerdings gar nicht so leicht, berichtet Heidi Pander: "In der Münster-Therme mussten wir vergangene Woche eine halbe Stunde früher als üblich da sein, um einen Platz zu bekommen. Und es war sehr eng", sagt sie. Das kann Lena Eich so nicht bestätigen: "Natürlich sind die Plätze in den Kursen begrenzt, aber wir finden immer eine Lösung. Und in den Sommerferien ist es eigentlich nicht ganz so voll wie üblich, das zeigen auch derzeit unsere Besucherzahlen."

Kosten bei Personal und im Betrieb sparen

Düsseldorfer Freibäder im Test FOTO: ddp

Eben wegen der geringeren Besucherzahl in den Ferien und auch, weil dann nicht die Lehrschwimmbecken für Schulen bereitgestellt werden müssen, legt die Bädergesellschaft viele Arbeiten in diese Zeit. So wird die Münster-Therme inklusive Sauna ab nächstem Montag bis zum 25. August geschlossen. Im Keller des Bades wird ein neuer Steuerschrank eingebaut, in dieser Zeit darf das Schwimmbad nicht in Betrieb sein. Geschlossen in der Sommersaison ist auch die Sauna im Unterrather Bad, und das Hallenbad in Benrath ist ebenfalls im Sommer bis zum 4. September geschlossen. Dabei geht es um finanzielle Erwägungen: "Das Bad war im Sommer vergangenen Jahres zum ersten Mal geschlossen, damit können wir enorme Kosten beim Personal und im Betrieb einsparen", sagt Lena Eich.

Tatsächlich muss die Bädergesellschaft seit einiger Zeit - und während gleichzeitig in Flingern, Benrath und Oberkassel neu gebaut werden soll - schon höhere Sparvorgaben umsetzen. Im Falle von Benrath sei die Schließung des Hallenbades aber kaum gravierend, meint Lena Eich, alternativ sei schließlich das Freibad jederzeit zugänglich.

Besucherzahlen in Freibädern noch bescheiden

So einfach ist das mit dem Freibad in diesem relativ frischen Sommer jedoch nicht, bemängelt Heidi Pander: "Das ist dann wie ein Hindernisschwimmen. Und wenn es zu kalt ist, nur was für die Harten", sagt sie. Dass die Bädergesellschaft trotz geschlossener Hallenbäder auch noch eine Sommerferienkarte für Schüler anbietet, kann sie ebenfalls nicht verstehen. Der Schwimmbad-Betreiber hält wiederum dagegen, dass der Ansturm dieser Tage nicht sehr viel größer sei als außerhalb der Ferien.

Im Gegenteil: Mit den Besucherzahlen in den Freibädern ist man derzeit noch nicht zufrieden. Zwar waren bereits mehr Gäste in den Bädern als zur gleichen Zeit im vergangenen Jahr, 2016 allerdings sei der Sommer noch bescheidener ausgefallen als in diesem Jahr, sagt Lena Eich. Für August und September hofft man nun auf mehr Besucher.

Quelle: RP
 
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