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Düsseldorf
Ärger über Schließung von Freibädern

Düsseldorf: Ärger über Schließung von Freibädern
Viele Stammgäste des Löricker Freibads würden gern die letzten schönen Tage nutzen - stehen aber vor geschlossener Tür. FOTO: Hans-Jürgen Bauer
Düsseldorf. Der Sommer kommt zurück, zwei Freibäder sind schon zu. Aus Spargründen ist der Zeitplan nicht so flexibel wie früher. Von Arne Lieb und Heide-Ines Willner

Bis zu 30 Grad werden morgen in Düsseldorf erwartet - das Freibad in Lörick befindet sich aber schon in der Winterpause. Auch das Allwetterbad in Flingern ist bereits seit dem Wochenende geschlossen. Und das, obwohl sich bereits abzeichnete, dass der Sommer noch einmal zurückkehrt. Das ärgert viele Besucher vor allem in Lörick. Schwimmerin Bärbel Austermann hat einen Brief an Oberbürgermeister Thomas Geisel verfasst. "Möchte die Stadt Düsseldorf nicht Sportstadt sein und auch den normalen Bürger unterstützen", schreibt sie und appelliert: "Es wird oft über Kinder geschrieben, die nicht schwimmen können, aber Möglichkeiten, das zu üben, fehlen."

Als "äußerst unglücklich", bezeichnet Besucherin Elisabeth Seidenberg die Entscheidung. Sie verweist auf den generellen Bädermangel im Linksrheinischen. "Das Oberkasseler Hallenbad ist seit längerem geschlossen und auch das Bad im benachbarten Büderich wird gerade saniert." Stammschwimmerin Elisabeth Seidenberg weist darauf hin, dass das Bad nicht nur von Nachbarn genutzt wird. "Sie kommen aus dem Umfeld, aus der Innenstadt und sogar aus Volmerswerth."

Diese Freibäder in NRW haben noch geöffnet

Ein Grund für die Schließung sind die höheren Sparvorgaben. Früher wurde das Saisonende kurzfristig festgelegt, in diesem Jahr erstmals bereits im Februar. Bäderchef Roland Kettler verweist aber darauf, dass man sich wegen des guten Wetters trotzdem flexibel gezeigt habe. "Der Bäderbeirat hat entschieden, das Rheinbad und das Freibad Benrath für eine Woche länger zu öffnen." Dadurch stehe im Norden und im Süden noch bis Sonntag immerhin jeweils ein Freibad zur Verfügung, dazu kommt das privat betriebene in Kaiserswerth, das bis Samstag zugänglich ist. "Die Besucherzahlen zeigen, dass wir kein Platzproblem haben", sagt Kettler.

Eine Saison bis weit in den September, wie sie das Wetter diesmal hergeben könnte, sei eine schwierige und vor allem teure Angelegenheit. Denn die Nächte werden bereits deutlich kühler, das Heizen des Beckens verschlinge entsprechend viel Energie. Die Wassertemperatur von 23 Grad, die Besucher erwarten, ließe sich teilweise trotzdem kaum noch erreichen, sagt Kettler. "Dadurch können wir unser Serviceversprechen nicht halten."

Eine Debatte um die Wiedereröffnung der Bäder erübrigt sich für das laufende Jahr: Die Anlagen sind bereits abgeschaltet, in Lörick dürfen nur noch Hunde zum ersten Hunde-Schwimmtag am Samstag ins Wasser. Das wird für die Tiere aber nicht beheizt und vor der nächsten Saison wie üblich ausgewechselt.

Viele Badegäste unter anderem in Lörick hatte bereits eine weitere Sparmaßnahme verärgert: Die Freibäder öffnen nur noch, wenn gutes Wetter angesagt ist. Die Entscheidung fällt drei Tage zuvor anhand der Prognose der Meteorologen. Die Folge: Mehrmals schien doch die Sonne - aber die Bäder waren zu. Das haben auch die Betreiber bemerkt. "Die Wettervorhersage ist wie Lotto spielen", sagt Bäderchef Kettler. Er kündigt an, man werde bessere Alternativen prüfen.

Quelle: RP
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