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Düsseldorf
Ärzte beraten Flüchtlinge zu Zahnpflege

Düsseldorf: Ärzte beraten Flüchtlinge zu Zahnpflege
Marius (10) und Niko (6) mit Zahnbürsten und -pasten FOTO: Andreas Bretz
Düsseldorf. Mediziner und ihre Teams verteilten in der Unterkunft an der Roßstraße Zahnbürsten und T-Shirts. Von Denisa Richters

Im Nachbarbereich wird das Geschirr vom Mittagessen abgeräumt, und nebenan im großen Parkettsaal ist der Ansturm auf die Theken der Besucher groß: Zahnärzte und Helfer aus Düsseldorf sind heute in die Notunterkunft des Landes an der Roßstraße gekommen, um die Flüchtlinge, die hier für ein paar Tage oder Wochen leben, über Zahngesundheit aufzuklären. Stolz halten Marius (10) und Niko (6) Zahnbürsten, Zahnpasten und T-Shirts in der Hand, die sie gerade bekommen haben. Zähneputzen ist für die Jungs aus Albanien, die mit ihren Eltern seit eineinhalb Monaten in der Unterkunft leben, selbstverständlich. "Morgens und abends", sagt ihre Mutter, Stella Gemolari, auf Englisch.

Englischsprachig ist auch einer der Zettel mit Symbolen für richtiges Zähneputzen. Es gibt ihn auch auf Arabisch. Mit diesen Sprachkenntnissen kann auch Nabia Mokahli, Zahnärztin aus Lierenfeld, dienen. Sie ist gebürtige Marokkanerin - und wird bei der Aktion mit Fragen bestürmt: Wo kann ich mir meinen Zahn richtigen lassen? Wohin, wenn ich Zahnschmerzen habe? Eine Frau mit Baby im Arm hat ganz allgemein Fragen zur medizinischen Versorgung ihres Kindes. "In meiner Praxis behandle ich inzwischen viele Flüchtlinge, es spricht sich schnell herum, dass ich Arabisch kann", sagt Mohakli. "Wir sind gerade dabei, ein Netz von Paten-Zahnärzten aufzubauen", sagt Harm Blazejak, Leiter der Bezirksstelle der Zahnärztekammer Nordrhein.

Das Ziel sei, in der Nähe von Flüchtlingsunterkünften Zahnärzte mit entsprechenden Sprachkenntnissen zu benennen. Man tauscht sich aus. Norman Hofmann von den Johannitern, Betreuungsleiter in der Unterkunft, in der aktuell 440 Menschen leben, erklärt, wie man bisher im Behandlungsfall verfährt. Alle hoffen auf die geplante Einführung einer Gesundheitskarte für Flüchtlinge, die Klarheit schafft. "Auch jetzt schon bekommt jeder, der Schmerzen hat, sofort einen Termin", versichert Blazejak.

Quelle: RP
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