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Proteste gegen AfD-Kreisparteitag in Düsseldorf
32 Türschlösser am Geschwister-Scholl-Gymnasium zerstört

AfD-Kreisparteitag in Düsseldorf: Türschlösser am Geschwister-Scholl-Gymnasium zerstört
Die Demonstranten mussten einen großen Abstand zur Schule einhalten. Lediglich eine Delegation kam bis vor den Eingang. FOTO: Hans-Juergen Bauer
Düsseldorf. Rund um den Kreisparteitag der Alternative für Deutschland (AfD) in Düsseldorf gab es am Sonntag Proteste. Bereits in der Nacht wurden 32 Türschlösser am Geschwister-Scholl-Gymnasiums in Bilk zerstört. Die politische Veranstaltung wurde dennoch in der Aula abgehalten. Von Roland Leroi und Torsten Thissen

Am Sonntagvormittag demonstrierten rund 500 Menschen gegen den Kreisparteitag der AfD. Laut Auskunft der Polizei verliefen die Prosteste weitestgehend friedlich. Die Polizei hatte das Gelände rund um das Geschwister-Scholl-Gymnasium weiträumig abgesperrt.

Rund 30 Menschen, die von der Polizei dem Antifa-Lager zugeordnet wurden, hatten sich zuvor zu einer Sitzblockade vor dem Haupteingang des Gymnasiums zusammengefunden. Nach Platzverweisen, Androhung der Festnahme und Identitätsfeststellungen räumten die Personen das Schulgelände. Laut Angaben der Polizei kam es im Verlauf nicht zu gewalttätigen Auseinandersetzungen.

32 Türschlösser zerstört

Mit weißen Rosen gegen AfD Parteitag

Bereits in der Nacht zu Sonntag seien laut Polizeiangaben 32 Türschlösser an der Schule zerstört worden. Die Polizei hat die Ermittlungen nach den bislang unbekannten Tätern aufgenommen und bezifferte den Sachschaden auf rund 10.000 Euro. Die Durchführung des AfD-Kreisparteitages wurde durch diese Aktion nicht verhindert. Die Zugangsmöglichkeit konnte laut Polizei durch den Hausmeister der Schule wieder hergestellt werden .

Dass die rechtspopulistische Partei am Sonntag in der städtischen Schule ihren Kreisparteitag abhält, hatte bereits im Vorfeld für große Empörung in der Stadt gesorgt. Ein Aufruf des Bündnisses "Düsseldorf stellt sich quer", gegen die Veranstaltung zu demonstrieren, wurde von mehreren anderen Gruppen unterstützt. Darunter auch von vielen Ehemaligen der Schule, die sich an den Absperrungen einfanden. Viele hatten weiße Rosen dabei, die sie vor dem Haupteingang des Gymnasiums ablegen konnten. Dafür wurde eine Delegation der Kundgebung in den Bereich unmittelbar vor der Schule vorgelassen .

Am Mittag wurde die Demonstration aufgelöst. Zu Festnahmen kam es bis dahin nicht, die Polizei erstattete gegen einige Demonstanten allerdings sechs Anzeigen wegen Nötigung.

Düsseldorfer Demo gegen Rechtspopulisten FOTO: Christoph Reichwein

Der AfD-Kreisparteitag wurde in der Folge in der Aula des Geschwister-Scholl-Gymnasiums fortgeführt und war bis in die Abendstunden angesetzt. Die Presse wurde von der Veranstaltung ausgeschlossen.

Stadt Düsseldorf will Mieteinnahmen an Flüchtlingsinitiative spenden

Die Stadt Düsseldorf will das Geld, das die AfD für die Aula zahlt, an eine Flüchtlingsinitiative spenden. Das hatte Oberbürgermeister Thomas Geisel bereits am vergangenen Mittwoch erklärt.

Einer der Absolventen des Geschwister Scholl-Gymnasiums ist Bruder Matthäus, der in Düsseldorf vor allem für sein Engagement für Obdachlose bekannt ist. Er ist Träger des Geschwister-Scholl-Preises und erklärte: "Eine Partei, die Fremde und Flüchtlinge ausgrenzt, die sich auf ein Deutschtum einschwört, dass von den Nationalsozialisten gelebt wurde, sollte nicht die Aula des Geschwister Scholl Gymnasiums für ihren Parteitag nutzen dürfen. Ich halte das für einen Skandal."

Geisel beruft sich auf die Rechtslage: "Wenn eine öffentliche Einrichtung auch für Veranstaltungen von Parteien zur Verfügung gestellt wird, kann eine einzelne Partei nur dann davon ausgenommen werden, wenn sie vom Bundesverfassungsgericht verboten wurde." In der Schul-Aula des Geschwister-Scholl-Gymnasiums sind Parteiveranstaltungen keine Seltenheit.

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