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Düsseldorf
Akademie könnte doch Ateliers in Bilk bekommen

Düsseldorf. Oberbürgermeister Geisel zeigt sich offen für Künstler im Depot am Steinberg. Unklar ist aber, was die Akademie will.

Die endlose Geschichte um die Künstlerateliers am Steinberg nimmt die nächste Wendung: Oberbürgermeister Thomas Geisel (SPD) hat in einem Gespräch mit Akademie-Kanzler Johann Peter Schäfer signalisiert, dass man sich die Ateliers für Absolventen in einer Halle des Straßenbahndepots vorstellen kann. Damit steht die Tür für die Akademie wieder offen - zumal das Land NRW eine Millionenförderung für die Ateliers in Aussicht gestellt hatte.

Die Ateliers waren ursprünglich als Teil des neuen Quartiers auf dem Gelände des ehemaligen Straßenbahndepots geplant, in dem sich auch das Balletthaus und die Wagenbauhalle der Karnevalisten befinden und zudem Wohnungen geplant waren. Dann aber stoppte der Aufsichtsrat der Rheinbahn im letzten Moment den Verkauf an eine Investorengruppe um den Architekten Karl-Heinz Petzinka. Das wachsende Verkehrsunternehmen spielte stattdessen mit dem Gedanken, das Depot für eine Übergangszeit wieder in Betrieb zu nehmen.

Kürzlich sind die historischen Wagen der Rheinbahn in eine der Hallen eingezogen - dabei wird es aber wohl bleiben. Eine Untersuchung hat gezeigt, dass die Hallen ohne einen teuren Umbau nicht mehr zu nutzen sind, unter anderem, weil moderne Bahnwagen zu breit sind. Dadurch kommt die Akademie wieder ins Spiel. "Wir müssen den knappen Platz in der Stadt effizient nutzen", sagt Geisel. Er erhofft sich durch die Ateliers einen positiven Aspekt für das Viertel. "Die Leute wollen Vielfalt."

Unklar ist aber weiter, was die Akademie überhaupt will - das ist der zweite Grund, warum sich die Ateliers zum Dauerthema entwickelt haben. Rektorin Rita McBride hatte das auf ihren Vorgänger Tony Cragg zurückgehende Projekt zwar nicht offiziell beerdigt, aber immer weiter verzögert. Das ist einer der Gründe, warum die Stimmung in der Akademie derzeit angespannt ist. Es tobt ein Machtkampf zwischen McBride und Teilen der Professorenschaft, auch das Verhältnis der Rektorin zum Wissenschaftsministerium gilt als belastet. Das Ministerium hat Kanzler Schäfer für eine Übergangszeit eingesetzt, bis die Stelle neu besetzt ist. Welche Chancen sein Vorstoß für die Ateliers in dieser Gemengelage hat, ist ungewiss. Die Akademie hat eine Kommission zum Steinberg eingesetzt, die eine gemeinsame Haltung der Hochschule erarbeiten soll.

(arl)
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