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Düsseldorf
Aktienhändler: Betrugs-Prozess wird eingestellt

Düsseldorf. Die frühere Überlastung des Landgerichts kam gestern drei Kaufleuten zugute. Gemeinsam sollen sie vor 20 Jahren damit begonnen haben, Wissenschaftlern diverse Aktiengeschäfte anzubieten, um Kapital für deren neue Forschungsprojekte zu besorgen. Doch die damals angelegten Gelder von rund fünf Millionen Euro haben die Geldgeber fast komplett verloren. Gestern sollte der Betrugsprozess gegen das Trio, der wegen früherer Überlastung des Landgerichts jahrelang liegen geblieben war, als eine dieser letzten Altlasten aufgearbeitet werden.

Doch weil 90 Prozent der Vorwürfe inzwischen verjährt sind, der zählbare Restschaden nur noch bei 500.000 Euro lag, und zwei der Angeklagten (59/73) weder vor der Tatzeit noch danach straffällig geworden waren, hat das Gericht die Vorwürfe gegen diese Angeklagten "wegen geringer Schuld" eingestellt. Auch gegen den angeblichen Kopf des Millionenschwindels (65) wurde keine Strafe verhängt, da er 2015 wegen anderer Betrügereien bereits zu fast sechs Jahren Haft verurteilt wurde, die er derzeit absitzt. Inzwischen hat das Landgericht unter neuer Leitung auf die steigenden Fallzahlen in diesem Bereich der Kriminalität reagiert und eigens vier Spezial-Wirtschaftsstrafkammern eingerichtet.

(wuk)
 
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