| 19.26 Uhr
Düsseldorf
"Alarm für Cobra 11" im Medienhafen gedreht
2012: Dreharbeiten zu Alarm für Cobra
2012: Dreharbeiten zu Alarm für Cobra FOTO: Hans-Juergen Bauer
Düsseldorf. Dutzende Schaulustige sind um 15 Uhr in den Hafen gekommen und sie eint zweierlei: die Neugier und die Kälte. Im Medienhafen dreht der Privatsender RTL für seine Actionserie "Alarm für Cobra 11" mit teilweise spektakulären Stunts: Von Georg Amend

Die Ankündigungen einer wilden Verfolgungsjagd, von Hubschraubertiefflügen und einem Lkw, der in das Industriehafenbecken B stürzen soll, haben die Schaulustigen aus ihren Wohnzimmern getrieben. „Vom Aufwand her ist das auf einer Skala von eins bis zehn eine neun“, sagt Set-Aufnahmeleiter Daniel Illigens. Für Sicherheit sorgen Feuerwehrleute und ein Rettungsboot der DLRG samt Tauchern. Doch lange Zeit ist das Spektakulärste am Hafen eine tief fliegende Ente und ein rot-weißer Rettungsreifen, der auf dem Wasser treibt und von einem kleinen Boot herausgefischt wird.

Erst um 16.59 Uhr kündigt ein tiefes Brummen die Ankunft des Hubschraubers an, zwei Minuten später dreht er die erste seiner drei Runden über den Hafenbecken. Das Spektakuläre daran: Auf der rechten Kufe des gelb-blauen Helikopters liegt ein Mann, der eine junge blonde Frau hält, und sie vor dem Sturz in die Tiefe zu bewahren scheint. Erst bei genauerem Hinsehen – was aufgrund der drei Runden gut von allen Seiten möglich ist – ist die Sicherung per Leine zu erkennen, an der die Stuntfrau tatsächlich hängt.

Dennoch ist diese Arbeit extrem anstrengend: Zwischen fünf und acht Minuten hängt Teresa Henn mit beiden Armen durchgestreckt an dem rasenden Hubschrauber, der eine Höhe von bis zu 15 Metern erreicht – Schwerstarbeit. Und das ist bei Temperaturen knapp über null Grad für sie noch wesentlich unangenehmer als für all die Schaulustigen, die unten bei eisigem Wind frieren. Am Boden bekommt Henn erst einmal eine dicke Jacke, zudem eine Wärmflasche, die sie sich vor die Brust drückt. „Den Stunt hält man eigentlich ganz gut aus. Die Kälte macht die meisten Probleme“, sagt Henn, die auf Handschuhe verzichtet hat. Die 23-Jährige ist seit 2008 Stuntfrau, sie sei „so in den Beruf reingerutscht“, sagt sie. Einen Stunt wie diesen Hubschrauberflug hatte sie noch nicht, aber: „Das geht schon.“

Ohne sie wäre der Showdown dieser „Cobra 11“-Folge, die nach Aussage Illigens „in etwa einem halben Jahr“ ausgestrahlt wird, auch nicht möglich. Denn das Drehbuch sieht einen Showdown vor, den Illigens so zusammenfasst: „Die Bösen sind im Lkw, die Gute und einer unserer Polizisten auch. Die prügeln sich, dadurch kommt der Lkw aus der Spur, rast hier über die Rampe und landet im Hafenbecken. Der Polizist und die Gute werden aber noch rechtzeitig vom Hubschrauber gerettet.“ Die „Gute“ wird in diesem Fall von Stuntfrau Henn verkörpert und dank ihr haben die Schaulustigen noch etwas Spektakuläreres als die tief fliegende Ente gesehen.

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