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Düsseldorf
Albrecht Woeste ist nun Ehrenbürger

Düsseldorf: Albrecht Woeste ist nun Ehrenbürger
Der neue Ehrenbürger, Albrecht Woeste (l.), beim Festakt im Plenarsaal des Rathauses mit Oberbürgermeister Thomas Geisel. Er trug sich in das Goldene Buch der Stadt ein. "Ein bewegender Moment", sagte Woeste. FOTO: Hans-Jürgen Bauer
Düsseldorf. Der Henkel-Großaktionär und frühere Firmenchef lobte in seiner Dankesrede die Politiker. Er gab ein klares Bekenntnis zur Tour de France ab und mahnte Oberbürgermeister Thomas Geisel: "Vergessen Sie die Industrie nicht." Von Thorsten Breitkopf

Kein noch existierendes Unternehmen wird so untrennbar mit der Stadt Düsseldorf verbunden wie der Name Henkel. Und so verwundert es nicht, dass die führenden Köpfe des Familienunternehmens die Hitliste der sparsam vergebenen Ehrenbürgerschaften anführen. Gestern wurde Albrecht Woeste zum neuen Ehrenbürger der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt ernannt. Damit ist Woeste das vierte Mitglied der Unternehmerfamilie Henkel, das diese Ehrung durch die Stadt Düsseldorf erhält. Erster war Firmengründer Fritz Henkel, der Ur-Großvater von Albrecht Woeste, im Jahr 1928. Hugo Henkel wurde die Ehrenbürgerschaft 1951 angetragen. Konrad Henkel wurde sie im Jahr 1976 verliehen. Der Stadtrat hat Albrecht Woeste in der Sitzung am 10. September nun das Ehrenbürgerrecht der Landeshauptstadt Düsseldorf zugesprochen. Gestern fand dazu ein Festakt im Plenarsaal des Rathauses statt.

Oberbürgermeister Thomas Geisel würdigte Woeste in seiner Laudatio. "Sie, lieber Albrecht Woeste, vereinen mit Ihrer Familie gleich zwei Düsseldorfer Wirtschaftstraditionen. Die Firma Ihres Vaters stellte Fittings her, also Verbindungsstücke für Rohre. Ihr Ur-Großvater gründete Henkel. Damit stehen Sie für zwei bedeutende Düsseldorfer Wirtschaftszweige: Chemie und Röhren", sagte der SPD-Politiker. Obwohl Woeste einem der "Armen-Stämme" der Henkel-Familie angehöre, wie er es selbst einmal sagte, habe er es stets geschafft, die Unternehmerfamilie beisammen zu halten. "Es war sicher nicht leicht, immer alle unter einen Hut zu bringen", sagte Geisel. "Sie fördern das Allgemeinwohl und engagieren sich in einem Maße für die Düsseldorfer Stadtgesellschaft, das es wahrlich verdient, gewürdigt zu werden. Stadt und Bürgerschaft haben Ihnen viel zu verdanken. Und so soll die Ehrenbürgerwürde eine öffentliche Form des Dankes und der Wertschätzung bedeuten", sagte Geisel abschließend.

Woeste war fast 30 Jahre der Kopf von Henkel als Aufsichtsratsvorsitzender und Vorsitzender des Gesellschafterausschusses. Es gibt kaum eine Düsseldorfer Vereinigung, der Woeste nicht angehört. Er war Präsident der IHK, ist Mitglied von Jonges und Industrie-Club und bekleidet heute diverse Ehrenfunktionen in Gremien der Wirtschaft. Ruhe und Entspannung finde Albrecht Woeste bei der Jagd, sagte Geisel.

Woeste, vor wenigen Monaten 80 Jahre alt geworden, war bei seinen Dankesworten sichtlich ergriffen. "Dass ich einmal in dieser Funktion hier an diesem Pult stehen würde, hätte ich mir nicht erträumt", sagte der Geehrte und lobte die Düsseldorfer Politik in der von ihm gewohnten Art: "Wir haben vieles richtig gemacht, im Grund alles." Besonders Rheinufertunnel, Messeneubau und Kapazitätsausweitung des Flughafens seien historisch richtige Entscheidungen gewesen. Und bei neueren Projekten sei er ebenfalls großer Befürworter. "Ich verspreche Ihnen, ich werde der erste sein, der mit der neuen Wehrhahnlinie fährt, hoffentlich auch einer der ersten in der Seilbahn nach Hubbelrath", sagte Woeste. Ob er bei der Jungfernfahrt der Tour de France in Düsseldorf auch mit fahre, wisse er noch nicht. Doch sein Bekenntnis ist klar: "Es ist wichtig, hin und wieder solche Akzente zu setzen." Gleichzeitig mahnte der Unternehmer: "Herr Geisel, vergessen Sie die Industrie nicht".

Während der Feierstunde trug sich Albrecht Woeste in das Goldene Buch der Stadt ein.

Quelle: RP
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