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Düsseldorf
Alles andere als still und leise

Düsseldorf: Alles andere als still und leise
Erzähler Jonathan Schimmer und das Kinderorchester der Tonhalle brachten "Peer Gynt" für die jungen Besucher auf die Bühne des Konzerthauses. FOTO: ANDREAS BRETZ
Düsseldorf. Bei der ersten "Psssst-Hörnacht" sahen Kinder einen Querschnitt des Programms der Tonhalle. Dabei durften sie auch laut sein. Von Tino Hermanns

In der Rotunde ging es rund, die Tonhalle wurde zur "Tonie-Halle" und viele Kinder im Alter bis zehn Jahren machten mit. Die Macher von Tonie, dem Audiosystem für jede Menge "Hör-Spiel-Spaß" im Kinderzimmer vom Düsseldorfer Start-up Boxine, hatten zusammen mit der Tonhalle zur ersten "Psssst-Hörnacht" in das Konzerthaus eingeladen. Und viele kleine und große Düsseldorfer kamen, um zu lauschen, zu spielen, zu essen und zu trinken, zu entspannen, mitzumachen, sich zu freuen und ganz genau hinzuhören. "Unsere Kinder wollten hier hin. Ihnen gefällt auch klassische Musik. Und wir wollen ihnen mal diesen Ort, die Tonhalle, zeigen", erklären die Erwachsenen der Familie Schindler. "Das Programm gefällt der ganzen Familie."

Kein Wunder, hatte Konzertpädagogin Ariane Stern konzeptionell doch einen weiten Bogen geschlagen. Von klassischen Kompositionen wie Peer Gynt - gespielt vom Kinderorchester der Tonhalle - und der fantasievollen Erzählung durch Schauspieler Jonathan Schimmer, über Beatboxen zum Mitmachen mit Philipp aus dem Siepen, poppiger Kindermucke zum Mitsingen bis hin zu Live-Jazz von Bartholomäus Bob & The Donkey Kings. Zusammen verschmolz das Ganze zu einem nahezu rauschhaften Hörerlebnis, wozu das Gejohle, Gekreische und Geknötter der Kinder durchaus stimmungsvoll dazu gehörte.

Den Machern des Tonhalle-Programms und den Erfindern der Tonie-Box geht es um dasselbe. Sie wollen qualitativ hochwertige Hörerlebnisse bieten. Und dass Tonie-Mitgründer Marcus Stahl Tonhallen-Intendant Michael Becker kennt, war auch nicht hinderlich. "Da lag es nahe, dass wir etwas zusammen machen", sagt Tonie-Gründer Patric Faßbender. "Dabei wollten wir möglichst viele Themen, die auf den ersten Blick nicht zusammenpassen, zusammen bringen." So kam ein vierstündiges extrem abwechslungsreiches Programm mit sehr vielen unterschiedlichen Hörerlebnissen für Kinder zusammen.

Doch um den natürlichen Bewegungsdrang und die Neugier der Kids zu befriedigen, waren viele Pausen in der Rotunde zum Herumtollen, Spielen und Mitmachen eingebaut. Und es gab auch eine Snoozel-Lounge, in der sich Kinder und Eltern zurückziehen konnten, um sich dem Hörerlebnis der Stille hinzugeben. Aber auch wenn die Kids ihrem Spielbetrieb während der Vorstellungen nachgaben und beispielsweise Dirigentin Caroliná von Marschall imitierten, war es kein Problem. "Die Hörnacht war nicht unsere erste Veranstaltung für Kinder. Wir sind es gewohnt, wenn nicht nur andächtige Stille im Publikum herrscht", meint Tonhallen-Sprecherin Marita Ingenhoven.

Die Bilanz für die Premiere fällt positiv aus. "Wir mussten den Rang aufmachen, weil das komplette Parkett ausverkauft war", so Ingenhoven. Und auch Faßbender war zufrieden: "Ich bin sehr happy. Viele Altersschichten sind da und die Stimmung ist entspannt und gut." Eine Wiederholung von "Tonies Hörnacht" ist nicht ausgeschlossen.

Quelle: RP
 
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