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Düsseldorf
Allianz gegen verkaufsoffenen Sonntag

November 2008: Verkaufsoffener Sonntag in Düsseldorf
November 2008: Verkaufsoffener Sonntag in Düsseldorf FOTO: Werner Gabriel
Düsseldorf. Die schleichende Aushöhlung des Sonntags als Feiertag wollen katholische Verbände und Gewerkschaften nicht hinnehmen. Deshalb haben die Katholische Arbeitnehmer-Bewegung (KAB), die Evangelische Arbeitnehmer-Bewegung (EAB) und die Gewerkschaft Verdi nach Vorbildern im Bund und anderen Bundesländern Anfang des Jahres in NRW eine Allianz für den freien Sonntag gegründet. Sie trat gestern mit einer Kundgebung vor dem Landtag und einem Demonstrationszug zur Lambertus-Basilika erstmals öffentlich auf.

Es müssten Zeichen gesetzt werden "für eine christlich-soziale Politik, die den Sonntag als Tag der Erholung berücksichtigt", sagte NRW-Arbeitsminister Karl-Josef Laumann, selbst Mitglied der KAB, bei der Kundgebung. Der Landtag müsse neue Lockerungen für verkaufsoffene Sonntage sehr kritisch sehen, "weil schon genug gelockert worden ist", so Laumann.

Das müsse auch dem Koalitionspartner FDP klar sein. Für den DGB-NRW-Vorsitzenden Guntram Schneider ist das Eintreten für einen freien Sonntag ein Teil der Bemühungen, sich gegen die fortschreitende Ökonomisierung aller Lebensbereiche zu wehren: "Wir dürfen es nicht zulassen, dass alles nur noch aus betriebswirtschaftlicher Sicht betrachtet wird."

Die Kundgebung ist Startschuss für eine Vielzahl von Aktionen in einzelnen Städten und Kirchengemeinden für einen freien Sonntag. "Es werden Unterschriften gesammelt und an Ministerpräsident Rüttgers geschickt, die KAB hat Materialien für Themengottesdienste und Diskussionsveranstaltungen erarbeitet", sagte Wolfgang Heinberg, KAB-Diözesansekretär im Bistum Essen, unserer Redaktion.

Das Urteil des Bundesverfassungsgerichts sei ein gutes Zeichen, "aber wir müssen die Notwendigkeit eines freien Sonntags immer wieder bewusst machen", so Heinberg. Es müsse stets geprüft werden, ob ein Antrag auf einen verkaufsoffenen Sonntag gerechtfertigt sei, die Zahl der Ausnahmen müsse konsequent verringert werden.

Quelle: RP
 
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