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Serie Düsseldorfer Straßen
Als Kalkum noch keine Straßennamen hatte

Serie Düsseldorfer Straßen: Als Kalkum noch keine Straßennamen hatte
Wo heute schicke Wohnungen am Kleianspatt in Kalkum stehen, war früher nur ein Trampelpfad. FOTO: Jana Bauch
Düsseldorf. Kalkum Die Kalkumer sind bei der Bezeichnung ihrer rund 20 Straßen und Wege pragmatisch vorgegangen. Da es keine offiziellen Bezeichnungen für die Straßen gab, behalf man sich mit Umschreibungen und zog dabei äußerliche Gegebenheiten mit ein. Einzelne Umschreibungen setzten sich daraufhin im Volksmund durch, die sich nach auffälligen Bäumen, Landschaftsformationen, Gebäuden (An der alten Mühle), nach den Orten, zu denen sie hinführen (Einbrunger Straße) oder nach der Art, wie sie genutzt wurden (Viehstraße) richteten. Deshalb geben die Straßennamen in Kalkum auch wenig Rätsel auf, wenn man nach ihrer Bedeutung fragt. Von Julia Brabeck

Nur bei wenigen Straßen ist das anders. Nicht sofort ersichtlich ist etwa, wer oder was Kleians ist, nach dem gleich vier Straßen benannt wurden. So finden sich in Kalkum die Straßen Am Kleiansacker, Am Kleianskreuz, Kleianspatt und Kleiansring. "Der Name Kleians, Kleingans oder Klejans geht zurück auf eine Pächterfamilie, die um 1650 den nach ihr benannten Hof in Zeppenheim in Pacht hatte", erklärt Heimatforscherin Rita Becker.

Um 1600 hatten alle Höfe in Kalkum einen Namen, aber erst um 1835 erhielten alle Häuser eine fortlaufende Nummer, hat Becker nachgewiesen. Sie hat auch herausgefunden, dass erst Ende der 1930er Jahre in Kalkum die Straßen offiziell einen Namen erhielten, man sich bis dahin mit den im Volksmund gebräuchlichen Bezeichnungen behalf.

Die Lösung des Kleians-Rätsels ist nun naheliegend: Der namensgebende Kleianshof an der Zeppenheimer Straße wurde 1998 abgerissen und an seiner Stelle eine Wohnanlage gebaut, die auch den Namen Kleianshof erhielt. Die Siedlung Am Kleiansacker erhielt ihren Namen nach dem Ackerstück, auf dem sie erbaut wurde und das zum Kleianshof gehörte. Kleianspatt bezeichnet einen Patt (Trampelpfad), der von den Bewohnern des Kleianshofes genutzt wurde, um schnell ins Dorf zu kommen. Am Kleianskreuz nimmt Bezug auf ein Wegkreuz, das die Kinder der Kleianshofpächter Thomas und Elisabeth Longerich 1824 zum Gedenken an ihre Eltern errichteten. Und der Kleiansring bezeichnet eine Rundstraße, welche die Bebauung auf dem ehemaligen Kleiansacker umschließt.

Quelle: RP
 
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