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Interview mit Werner Berghüser
Am Dienstag geht die Post ab

Interview mit Werner Berghüser: Am Dienstag geht die Post ab
Post/DHL-Niederlassungsleiter Werner Berghüser in der Paketbasis an der Fichtenstraße in Flingern. FOTO: Bernd Schaller
Düsseldorf. Der Post-Niederlassungsleiter spricht über die Verdopplung der Zahl der Pakete zur Weihnachtszeit. 200 Mitarbeiter wurden zusätzlich eingestellt und etliche Transporter angemietet. Die Post plant ein zweites Verteilzentrum im Süden der Stadt.

Herr Berghüser, wie stark macht sich das Weihnachtsgeschäft in der neuen Paketbasis von DHL an der Fichtenstraße bemerkbar?

Berghüser Unser Geschäft verläuft über das Jahr verteilt in Wellen. Normal werden bei uns in Flingern 25.000 Pakete am Tag umgeschlagen. In der Vor-Weihnachtszeit ab Mitte November steigt die Zahl auf 40.000. Der stärkste Tag wird nach unserer Einschätzung der Dienstag kommender Woche, also der 22. Dezember. Dann rechnen wir mit bis zu 50.000 Paketsendungen an nur einem Tag. Betrachtet man die Region, steigt die Zahl der Pakete pro Tag von 100.000 auf 170.000 im November und Dezember.

Was unternehmen Sie, um die gestiegene Anzahl an Päckchen zu verarbeiten?

Berghüser Die Post hat ja in den vergangenen zwei Jahren neue so genannte mechanisierte Zustellbasen in Neuss, Ratingen, Wuppertal und eben in Flingern errichtet. Das in Düsseldorf ist das größte in NRW. Dennoch reichen die Kapazitäten vor Weihnachten nicht aus. Daher mussten wir die alte, bereits verkaufte Paketzustellbasis an der Kölner Straße vorübergehend wieder zusätzlich in Betrieb nehmen. Außerdem haben wir von Autovermietungen weitere Zustellfahrzeuge angemietet. Darüber hinaus halten wir Autos, die zur Ausmusterung vorgesehen sind, länger im Bestand.

Haben Sie dazu auch neue Mitarbeiter akquiriert?

Berghüser Wir haben hier in Düsseldorf 200 Mitarbeiter kurzfristig neu eingestellt. Wir konnten alle am Arbeitsmarkt rekrutieren.

Und nach Weihnachten schmeißen Sie die dann wieder raus?

Berghüser Jeder dieser Mitarbeiter hat die Chance, dauerhaft bei uns zu bleiben. Wer gut ist, von dem trennen wir uns nicht. Ohnehin ist der Januar nach der Vorweihnachtszeit die paketreichste Phase. Wir brauchen also viele Mitarbeiter, auch weil in der Adventszeit ja Urlaubssperre ist und viele ihre freien Tage dann im Januar nehmen können. Außerdem haben wir einen stark wachsenden Markt bei Paketen.

Wie stark wächst der Markt?

berghüser Deutschlandweit wächst der Markt mit Paketen jährlich um etwa fünf bis sieben Prozent. Doch die Menschen in Düsseldorf sind nach unserer Einschätzung besonders internetaffin und bestellen dort viel. Wir beobachten in der Landeshauptstadt ein Marktwachstum von zehn Prozent pro Jahr und mehr. Der Trend hält seit acht Jahren an, es ist kein Ende in Sicht.

Auf dem alten Areal an der Kölner Straße sollen bald Wohnungen und Büros entstehen. Im nächsten Weihnachtsgeschäft werden Sie darauf voraussichtlich nicht zurückgreifen können. . .

Berghüser Das Gelände steht zum letzten Mal zur Verfügung, die Gebäude werden abgerissen. Daher planen wir den Bau einer zweiten Zustellbasis in Düsseldorf. Der genaue Ort steht aber noch nicht fest. Wir suchen im Süden der Stadt. Vor dem nächsten Weihnachtsgeschäft soll das Verteilzentrum in Betrieb gehen. Dort entstehen 120 neue Vollzeitarbeitsplätze.

Die Anwohner an der Fichtenstraße klagen schon jetzt über den zusätzlichen Verkehr durch die Auslieferfahrzeuge.

Berghüser Es sind etwa 120 Fahrzeuge, die in zwei Schüben jeweils morgens und mittags die Zustellbasis anfahren. Die Fahrzeuge sind nicht viel größer als Pkw und reihen sich in den normalen Verkehr ein. Natürlich kann mal ein kleiner Konvoi von zehn Fahrzeugen der Post kommen, aber das ist die Ausnahme. Sorgen hatten wir anfangs wegen der großen Lkw-Züge, die die Basis morgens anfahren. Diese haben sich aber als unbegründet herausgestellt, weil wir bewusst in ein Gewerbegebiet gegangen sind. Ein Dutzend Laster sind das in normalen Zeiten. Jetzt vor Weihnachten sind es mehr als 40 pro Tag.

Wir wirkt sich der Winter aus?

berghüser Schnee ist unsere größte Bedrohung. Dann kommt es zu Verzögerungen. Daher verspreche ich meinen Mitarbeitern seit vier Jahren, dass es in Düsseldorf nicht schneit. Ich behaupte einfach, ich hätte Einfluss darauf, und offenbar glaubt man mir. Bisher konnte ich mein Versprechen halten (lacht).

THORSTEN BREITKOPF FÜHRTE DAS GESPRÄCH.

Quelle: RP
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