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Düsseldorf
American-Apparel-Filialen bleiben trotz Pleite geöffnet

Düsseldorf. Die sieben deutschen Läden der US-Modemarke American Apparel bleiben trotz des Insolvenzantrags des Unternehmens weiter geöffnet. "Die aktuellen Warenbestände gewährleisten einen normalen Geschäftsbetrieb. Die Löhne und Gehälter der Beschäftigten werden durch Insolvenzgeld gesichert", sagte gestern der vorläufige Insolvenzverwalter der deutschen Tochtergesellschaft, Wolf-Rüdiger von der Fecht. Demnach wird auch die Düsseldorfer Filiale der Firma an der Königsallee geöffnet bleiben. Die American Apparel Deutschland GmbH mit Sitz in Düsseldorf beschäftigt derzeit 251 Mitarbeiter und betreibt europaweit 26 Läden.

American Apparel Deutschland hatte bereits am 8. November beim Amtsgericht Düsseldorf Insolvenzantrag gestellt, mehrere Tage bevor auch die US-Muttergesellschaft in den USA Gläubigerschutz beantragte. Hintergrund waren laut von der Fecht "die wirtschaftlichen Schwierigkeiten der Muttergesellschaft in den USA".

American Apparel, dessen schlichte T-Shirts und Leggings einmal Verkaufsschlager bei jüngeren und trendbewussten Kunden waren, kämpft schon seit längerem mit schleppenden Geschäften.

Nach einer Umschuldung versuchte das Unternehmen, das auf das Gütesiegel "Made in USA" setzt, unter Führung eines Hedgefonds im Februar ein Comeback. Doch der Umsatzschwund hielt an, verschärft durch die kostspielige Produktion in Los Angeles, während zahlreiche Konkurrenten auf eine billigere Fertigung in Asien setzen. Mit dem schwedischen Rivalen H&M und der spanischen Zara-Mutter Inditex konnte American Apparel schon länger nicht mehr mithalten.

Ähnlich wie bei zahlreichen Rivalen wie Abercrombie & Fitch, Wet Seal und Quiksilver folgte auf einen rasanten Aufstieg ein schneller Abstieg. Unter dem Druck des Preiskampfes haben mindestes acht amerikanische Teenagermode-Anbieter in den vergangenen zwei Jahren Insolvenz angemeldet.

Die Gespräche von American Apparel mit Interessenten stockten zuletzt. Nun sollen für 66 Millionen Dollar erste Markenrechte und Teile von Produktion und Vertrieb an den kanadischen Rivalen Gildan veräußert werden, hieß es in einem Brief des Managements an die Mitarbeiter. Das Tagesgeschäft sei durch den Verkaufsprozess aber nicht beeinträchtigt. Dieser könnte aber der Startschuss dafür sein, dass weitere Unternehmensteile unter den Hammer kommen. Bei einem Verkauf soll aber an der Produktion in den USA festgehalten werden.

(tb)
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