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Düsseldorf
Angehörige nicht allein lassen

Düsseldorf. Der Unterrather Ulrich Friske gehört zu den ehrenamtlichen Mitarbeitern des Beerdigungsbegleitdienstes. Von Julia Brabeck

Seit fast zehn Jahren setzt sich Ulrich Friske immer wieder mit dem Tod auseinander. Der Unterrather begleitet im Wechsel mit Hans Drüppel die Seelsorger bei Beerdigungen auf den Friedhof, wenn Mitglieder aus der katholischen Gemeinde St. Bruno bestattet werden. Er ist damit der Stellvertreter für die Kirchengemeinde und zeigt, dass die Angehörigen nicht alleine gelassen werden, die ja oftmals nach viele Jahren erstmals wieder mit der Kirche in Berührung kommen. Früher haben diese Aufgabe noch traditionell die Küster übernommen. Das ist aber nur noch in den wenigsten Kirchengemeinden möglich, da überall Stellen gestrichen und dadurch Aufgaben reduziert werden mussten. "Unser früherer Pfarrer Heinz Schmidt wollte aber nicht alleine an der Grabstätte stehen und hat deshalb dieses Ehrenamt ins Leben gerufen", sagt Friske.

Seitdem hat er zahlreiche Beerdigungen begleitet, meist auf dem Nordfriedhof oder dem Unterrather Friedhof. Dafür zieht er stets eine Art Talar an und trifft sich mit dem zuständigen Seelsorger, um gemeinsam zum Friedhof zu fahren. "Manchmal besprechen wir dann unterwegs die Beerdigung und ich erfahre etwas über den Toten und was mich erwartet", sagt Friske. Auf dem Friedhof selbst trägt er ein Kreuz auf einer Stange dem Sarg voran und hält das Weihwasser für die Segnungen bereit. "Wie lange wir dann an der Grabstätte verbleiben, hängt vom Seelsorger ab. Jeder gestaltet das ganz individuell. Manche verlassen das Grab nach der letzten Segnung und andere bleiben dort, bis auch der letzte Trauergast gegangen ist. Da ist es egal wie kalt oder regnerisch es ist." Besonders sei der Dienst, wenn überhaupt keine Angehörigen an der Bestattung teilnehmen würden und der Seelsorger sonst alleine die Beerdigung gestalten müsste. "Ich übernehme dann immer bei den Gebeten die Antworten der Gemeinde", sagt Friske. Belasten würden ihn die Beerdigungen nicht. "Ich bin inzwischen 79 Jahre alt und weiß, dass mein Leben endlich ist. Allerdings geht es einem nahe, wenn ein guter Bekannter bestattet wird oder die Todesumstände tragisch waren, beispielsweise eine junge Person gestorben ist." Aber auch damit könne er umgehen.

Für seinen Einsatz muss Ulrich Friske, der früher im Kirchenvorstand tätig war, flexibel sein. Manchmal erfährt er erst zwei Tage zuvor, dass eine Beerdigung ansteht, und manchmal hat er zwei Einsätze an einem Tag. "Dann kann es aber auch vorkommen, dass einige Wochen gar keine Beerdigung ansteht." Er würde es begrüßen, wenn sich noch mehr Männer und Frauen für das Ehrenamt melden, damit der Dienst auch funktioniert, wenn Mitarbeiter krank oder verreist sind oder viele Beerdigungen in kurzer Zeit angesetzt werden. "Wer sich das zutraut, sollte das machen, denn es ist wichtig, dass die Gemeinde vertreten wird."

Quelle: RP
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