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Düsseldorf
Angeklagte sollen illegales Casino betrieben haben

Düsseldorf. Die Tücken der Technik könnten einem Kaufmann (58) und einer Frau (57) zum Verhängnis werden. Beide waren gestern beim Amtsgericht angeklagt, nachdem im März 2014 an der Marienstraße ein illegales Spielcasino entdeckt worden war. Mieter jener Räume war der 58-Jährige. Und die mitangeklagte Frau soll mindestens an diesem einen Tag die Bank gehalten, als Helferin das verbotene Glücksspiel also gefördert haben.

Dass dort an 154 Spieltagen illegale Gewinne von fast 60.000 Euro erzielt wurden, hat der Staatsanwalt aber nicht von den Angeklagten erfahren. Dafür mussten die Ermittler nur die Daten des heimlich aufgestellten, elektronischen Roulette-Tisches auswerten. Denn der darin eingebaute Computer hatte sämtliche Umsätze und Gewinne Tag für Tag abgespeichert. Auf die Spur des illegalen Glücksspiels sind Ermittler damals gekommen, weil sie Hinweisen eines offiziellen Casinobetreibers nachgingen. Nach Umsatzeinbußen in dessen regulärem Spielbetrieb hatten Stammgäste hinter vorgehaltener Hand angedeutet, es gebe an der Marienstraße eine illegale Hinterzimmer-Konkurrenz. Dort wurden die Ermittler fündig und beschlagnahmten den Roulette-Tisch samt Computer. Weil die Frau damals in einer Tasche 2500 Euro in bar bei sich trug und angeblich auch den Schlüssel für den Spieltisch, geriet sie in den Verdacht der Beihilfe. Mit auf die Anklagebank sollte ursprünglich auch noch ein 69-Jähriger, auf dessen Namen die illegale Spielhölle damals zumindest zeitweise angemietet worden war. Doch der Mann ist inzwischen untergetaucht, für die Justiz derzeit nicht greifbar. Zum Urteil kam es gestern aber nicht. Weil eine Dolmetscherin für die aus Thailand stammende Angeklagte fehlte, brach das Gericht die Verhandlung ab. Wann der Prozess neu aufgerollt wird, ist noch nicht entschieden.

(wuk)
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