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Düsseldorf
Angeklagter soll Autos für 250.000 Euro ergaunert haben

Düsseldorf. Mit Verlesung der Anklage hat beim Landgericht gestern der Prozess um mindestens drei ergaunerte Luxusautos begonnen. Mit gefälschter Kreditkarte und sogar ohne einen gültigen Führerschein ist es einem 62-jährigen Niederländer demnach mehrfach gelungen, hochwertige Fahrzeuge bei Autovermietungen zu ergattern. Der Gesamtwert der Edelkarossen soll rund eine Viertelmillion Euro betragen haben. Mit angeklagt ist jetzt auch ein 40-jähriger Landsmann des Niederländers. Gemeinsam mit einem dritten Helfer sollen sie die erschwindelten Fahrzeuge direkt über die Grenze geschafft und in den Niederlanden verkauft haben.

Auch in diesem Fall hat es das Landgericht angeblich mit einem Phänomen zu tun: Keiner der Angeklagten will Drahtzieher dieser Betrügereien gewesen sein, jeder beansprucht für sich die Rolle des arglosen Handlangers. So gab der 62-Jährige in bisherigen Vernehmungen an, er habe nur die Anweisungen des Jüngeren ausgeführt, dafür seien ihm bis zu 1000 Euro pro ergaunerten Wagen versprochen worden. Auch habe er die Autos (Wert zwischen 60.000 und 110.000 Euro) "an der nächsten Ecke" immer gleich an seinen Mitangeklagten übergeben.

Das kann so nicht ganz stimmen, finden aber die Ermittler. Immerhin ist der 62-Jährige auch am Steuer eines gerade erbeuteten Luxus-Autos geblitzt worden. Und der Senior des Trios hatte schon Ende 2015 in seiner Heimat nach einer Fahrt unter Alkohol und Drogen seine Fahrerlaubnis verloren. Drückende Schulden zuhause hätten ihn dann zum Mitmachen beim Auto-Betrug veranlasst, gab er an. Vorbereitet habe stets der jüngere Angeklagte diese Coups, er habe den 62-Jährigen zur Abholung der gebuchten Fahrzeuge (meist Modelle der Mercedes S- oder E-Klasse) sogar noch zu den Autovermietungen hingefahren.

Sein Nachbar auf der Anklagebank erzählte die Geschichte bei der Polizei bisher allerdings genau anders herum. Er betreibe in den Niederlanden zwar eine Auto-Leasing-Firma, habe aber zur Tatzeit Anfang Juli 2016 lediglich "für Werbezwecke ein Auto für zwei Tage anmieten" wollen - und das habe der 62-Jährige organisiert.

Beide Angeklagte sind in ihrem Heimatland schon mehrfach vorbestraft, der jüngere auch wegen versuchten Totschlags und gefährlicher Körperverletzung. Für den Prozess hat das Landgericht noch sechs weiteren Verhandlungstermine bis Ende November eingeplant.

(wuk)
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