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Prozess um geplanten Anschlag in Düsseldorf
Angeklagter Saleh A. will für Geheimdienst gearbeitet haben

Anschlag in Düsseldorf geplant: Angeklagter Saleh A. gesteht vor Gericht Tötung in Syrien
Der Angeklagte Saleh A. hinter einer Glasscheibe vor Gericht. FOTO: dpa, mku axs
Düsseldorf. Hat der mutmaßliche IS-Terrorist, der die Anschlagspläne des Islamischen Staats in Syrien verraten haben soll, ein doppeltes Spiel gespielt? Schon in Syrien habe er für einen Geheimdienst gearbeitet, sagt er.

Im Terrorprozess um den geplanten Anschlag in Düsseldorf hat der Hauptangeklagte ausgesagt, bereits in Syrien für einen Geheimdienst gearbeitet zu haben. "Ich war in einer geheimdienstlichen Mission unterwegs", sagte der 30-jährige mutmaßliche IS-Terrorist Saleh A. am Donnerstag dem Düsseldorfer Oberlandesgericht. Nachfragen des Gerichts, für welchen Dienst er welche Aufgaben wahrgenommen habe, wollte er nicht beantworten.

Unbestätigten Medienberichten zufolge soll er später in der Türkei für den türkischen Geheimdienst gearbeitet und reihenweise IS-Zellen und Anschlagspläne verraten haben. Die Bundesanwaltschaft wollte sich dazu nicht äußern. Bei der Verlesung der Anklage war von geheimdienstlichen Aktivitäten keine Rede.

Ein Terrorverdächtiger auf dem Weg zum Haftrichter im Juni 2016 FOTO: dpa, ude fdt

Scharfschützen aus Notwehr erschossen

Zuvor hatte Saleh A. gestanden, einen Scharfschützen der syrischen Regierungstruppen getötet zu haben. Er schilderte dies aber als Notwehrsituation im syrischen Bürgerkrieg. Der Scharfschütze habe zuvor neun seiner Mitkämpfer getötet, darunter seinen Bruder und seinen Cousin. "Wenn ich nicht geschossen hätte, hätte er mich erschossen", sagte der 30-Jährige.

Er habe einen Feuerstoß aus seiner Kalaschnikow auf den Scharfschützen abgegeben, der mehrere Aufforderungen, sich zu ergeben, ignoriert habe. Dann habe er die Leiche seines Cousins auf seinen Schultern davongetragen, um ihn gemeinsam mit seinem Bruder zu beerdigen.

Ein Video zeigt ihn mit seinem erschossenen Bruder. Er habe gar nicht bemerkt, in diesem Moment gefilmt worden zu sein, sagte der Angeklagte. "Ich war sehr traurig, er sollte heiraten nach diesen Kämpfen."

"Hätte ich bloß nie an dieser Revolution teilgenommen"

Wegen des Vorfalls ist der Syrer - dessen Einheit damals noch nicht dem IS unterstand - wegen Totschlags angeklagt. Die Kämpfer seien dann in Streit über die Kriegsbeute geraten. "Als ich gesehen habe, wie sie sich gezankt haben, habe ich gedacht: Hätte ich bloß nie an dieser Revolution teilgenommen." Früher habe es einen Herrscher gegeben, danach in den "befreiten" Gebieten Tausende. Jeder habe sein Recht durchsetzen wollen.

Saleh A. hatte sich in Paris im Februar 2016 freiwillig der Polizei gestellt und dort bereits ein Geständnis abgelegt. Laut Anklage soll er vom Islamischen Staat (IS) den Auftrag für ein Blutbad in der Düsseldorfer Altstadt erhalten haben. Den insgesamt drei Angeklagten wird die IS-Mitgliedschaft und die Verabredung zu einem Verbrechen vorgeworfen. Zum Prozessauftakt am Mittwoch schilderte er vor Gericht zunächst seinen Weg zum IS.

(lsa/lnw)
 
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