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Düsseldorf
Ansprechpartner für Bedürftige

Düsseldorf: Ansprechpartner für Bedürftige
Mitarbeiterinnen der Lebensmittelausgabe sortieren Gemüse. In letzter Zeit wird die Stelle immer häufiger von Flüchtlingen frequentiert. FOTO: schaller
Düsseldorf. Die Lebensmittelausgabe der Diakonie wird zehn Jahre alt. Auch Beratungen werden angeboten. Von Tim Harpers

Beinahe täglich öffnen die Lebensmittelausgaben der Diakonie im Stadtgebiet ihre Türen, um bedürftige Düsseldorfer mit dem Nötigsten zu versorgen. Zu ihren Kunden gehören unter anderem Familien, Langzeitarbeitslose, Senioren, die mit ihrer Rente nicht auskommen, und Flüchtlinge. Jetzt feierte der Wohlfahrtsverband das zehnjährige Bestehen der Institution, die von Beginn an mit einer umfassenden Sozialberatung verknüpft ist.

"Als wir vor zehn Jahren damit angefangen haben", erinnert sich Andrea Schmitz, Koordinatorin der Lebensmittelausgabe, "war das Programm mit nichts anderem vergleichbar. Zwar hat es früher schon Lebensmittelausgaben gegeben, die hatten aber einen ganz anderen Ansatz." Ihr Programm sei von Anfang an darauf ausgelegt gewesen, Bedürftige in eine Beratungssituation zu bringen. Wie groß der Bedarf dafür ist, zeigen die Zahlen der vergangenen Jahre. "Im ersten Jahr haben wir 1600 Beratungen durchgeführt, in diesem waren es bisher 3483." Und diese Entwicklung entspreche dem Trend, den man bei der Diakonie beobachtet hat. "Die Zahl der Inanspruchnahmen unseres Angebotes hat sich in den vergangenen zehn Jahren mehr als verdoppelt."

Um die Bedürftigen mit Nahrungsmitteln versorgen zu können, arbeitet der Wohlfahrtsverband mit der Düsseldorfer Tafel zusammen. "Für die Menschen, die zu uns kommen, ist es keine schöne Situation, auf Hilfe angewiesen zu sein", sagt Antonia Frey, Abteilungsleiterin Beratung und soziale Integration. "Deshalb ist die Beratung auch so wichtig. Wir wollen, dass unsere Gäste Vertrauen in ihre eigenen Kräfte bekommen, und sehen, dass sich ihre Lebenssituation verbessern kann."

Umfassende Sozialberatung bedeutet, dass die Diakonie in allen möglichen Angelegenheiten berät, die Betroffenen bei tiefergehenden Fragen und Problemen aber an die entsprechenden Fachstellen weitervermittelt. "Die Probleme, mit denen die Menschen zu uns kommen, sind vollkommen unterschiedlicher Natur", sagt Frey. Meist gehe es um Geld, es könnten aber zum Beispiel auch Fragen zur Kindeserziehung auftauchen.

In letzter Zeit gehören zu den Kunden der Lebensmittelausgabe auch vermehrt Flüchtlinge. Vor allem solche, die nach dem Asylverfahren einen dauerhaften Aufenthaltsstatus innehaben. "Die verlassen dann die Unterkünfte und müssen sehen, wie sie sich selbst versorgen", sagt Frey. In solchen Fällen arbeiten wir dann eng mit der Migrationsberatung zusammen."

Für die Zukunft wünschen sich Frey und Schmitz, dass die Stadt mehr Geld in das Beratungsangebot für Flüchtlinge investiert, um dem Problem auf kommunaler Ebene besser begegnen zu können.

Quelle: RP
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