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Düsseldorf
Anwalt parkt Frau zu und landet vor Gericht

Düsseldorf. Immer weiter hochgeschaukelt hatte sich im Juli 2015 ein Parkplatzstreit zwischen zwei Autofahrern - bis daraus sogar ein Fall fürs Amtsgericht wurde. Auf der Anklagebank saß ein Rechtsanwalt (67), weil er die damalige Kontrahentin (41) nicht nur zugeparkt, sondern sie dann derart fest an den Oberarmen gepackt haben soll, dass die Frau blaue Flecken erlitt und eine Nervenquetschung.

Dabei hatte der Disput der beiden auf einem Parkplatz am Grevenbroicher Weg in Lörick ganz harmlos begonnen. Die Frau hatte gerade geparkt, um ihr Kind abzuholen, als der Anwalt seinen Wagen so dicht hinter ihrem abstellte, dass die Frau unmöglich noch rangieren konnte. Erst bat sie ihn, er möge sein Auto etwas zurücksetzen. Als der Advokat das aber ignorierte und zielstrebig zu einer Bäckerei ging, stellte die Mutter sich ihm in den Weg, forderte dann heftiger, dass er sein Auto wegsetzen solle. Stattdessen hat der Jurist, um sich den Weg zu Brötchen und Torten freizumachen, die tobende Mutter an den Oberarmen gefasst und beiseitegeschoben.

Den Disput schilderten beide gestern unterschiedlich. Unterm Strich stellte der Richter aber fest, dass die Szene damals zwischen zwei und drei Minuten gedauert hat, eine Nötigung des Anwalts also allenfalls im untersten Bereich gelegen habe - wie auch die Aktion, mit der er die Frau beiseiteschob. Statt zu einem Urteil kam der Richter zu einem Kompromiss: Der Anwalt zahlt 400 Euro als Buße, im Gegenzug wird das Verfahren eingestellt.

(wuk)
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