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Düsseldorf
Anwohner besorgt über Brücke und Lärm

Düsseldorf. Löricker wollen rechtzeitig die Pläne für den Trassenverlauf der U 81 mitgestalten. Von Heide-Ines Willner

Die Brückenpläne zur Querung des Rheins für die U 81 verunsichern die Löricker. Denn viele können sich noch an die umstrittene Olympia-Bewerbung vor rund 15 Jahren erinnern und argwöhnen, dass über ihre Köpfe hinweg etwas entschieden wird. Vor allem die Alt-Löricker, deren Häuser direkt am Deich und an der Grenze zu Meerbusch liegen, sind aufgeschreckt. Allgemein werden Informationen seitens der Stadt vermisst. Schon jetzt zeichnet sich aber ab, dass viele eine Tunnellösung bevorzugen.

Paul Adams zum Beispiel, der in dritter Generationen einen Gartenbaubetrieb führt, die vierte ist bereits am Zug, steht für die Alt-Löricker und sagt: "Eine Rheinquerung ja, aber nicht mit einer Brücke, sondern einem Tunnel." Adams wäre dann auch nicht nur als Bewohner von Alt-Lörick betroffen. Vielmehr würde die Bahntrasse seine eigenen und gepachteten Felder tangieren, auf denen er eine Vielfalt an Kräutern anbaut. "Unser Betrieb ist auf die zehn Hektar große Fläche am Rhein angewiesen, weil der Anbau unser Haupterwerb ist und wir betriebsnah produzieren müssen." Die bisherigen Pläne seien so grobkörnig, dass niemand genau wisse, wie das Bauwerk einmal aussehen werde und welche Liegenschaften genau betroffen seien. "Wir Landwirte, dazu zählen auch die Meerbuscher, sollten frühzeitig gehört und einbezogen werden." Alles müsse im Zusammenhang gesehen werden.

Adams spricht ein weiteres Problem an - die Lärmentwicklung. "Die Brücke wäre 100 Meter Luftlinie von Alt-Lörick entfernt. Selbst Schallschutzwände würden den Lärm der Bahnen nicht schlucken", ist er überzeugt. Nachdrücklich appelliert er an Stadt- und Verkehrsplaner, auch an die nachwachsenden Generationen zu denken und betont: "Wir sind keine Querulanten, wollen nur bei so großen Bauvorhaben nicht im Unklaren gelassen werden."

Thomas Hummelsbeck, Schützenchef und Bewohner Alt-Löricks, der einst zu den hartnäckigen Gegnern der "Olympia-Brücke" zählte, bezeichnet den erneuten Versuch, eine Brücke über den Rhein zu schlagen, als Katastrophe für Lörick und die Rheinauen. Aber: "Ich lasse mich gern vom Gegenteil überzeugen, denn Städte entwickeln sich." Dazu bedürfe es einer belastbaren Studie mit ebenso belastbaren Zahlen über die Verkehrsentwicklung und keine Ableitung aus Statistiken. Denn noch könne er nicht nachvollziehen, dass durch die Rheinquerung der U81 die Pendlerströme abnehmen würden. Eindringlich warnt Hummelsbeck davor, die Bevölkerung weitgehend außen vor zu lassen. "Es muss mit offenen Karten gespielt werden." Sonst seien Proteste wie bei der Olympiabewerbung Anfang 2000 unausweichlich.

Quelle: RP
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