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Düsseldorf
Anwohner fordern Lärmschutz am Abstellbahnhof

Düsseldorf: Anwohner fordern Lärmschutz am Abstellbahnhof
Zur Mobilen Redaktion der Rheinischen Post am Abstellbahnhof sind viele Anwohner gekommen, und Vertreter der Deutschen Bahn. FOTO: andreas bretz
Düsseldorf. Viele Ideen gab es gestern bei der Mobilen Redaktion unserer Redaktion zur Verbesserung der Situation. Von Marc Ingel und Nicole Kampe

Viele Nachbarn sind gekommen zur Mobilen Redaktion, um ihrem Frust über den Lärm am Abstellbahnhof Wersten Luft zu verschaffen. Die Nacht auf Donnerstag konnte Eva Jäger wieder nicht schlafen, ihre Nachbarin Elfriede Schuch hat mit dem Handy ein Foto gemacht vom Zug, der ein paar Meter vor dem Schlafzimmerfenster abgestellt wurde. "Vor 46 Jahren bin ich wegen der Ruhe nach Eller gezogen", sagt Jäger. Von Jahr zu Jahr wird es schlimmer rund um Grüner und Speyerweg - da waren sich die Anwohner einig. "Warum laufen die Züge hier Tag und Nacht", fragt Jäger, "an den Wochenenden ist es besonders schlimm", ergänzt Heinz-Peter Reinhardt.

An Wochenenden seien weniger Züge im Einsatz, "laufen müssen sie, damit keine Störungen auftreten", erklärt Klaus Scheffer, Leiter Operatives Fahrzeugmanagement bei der Deutschen Bahn. Hitze- und kälteempfindlich seien viele Modelle, die Batterien anfällig. Heiner Oeken hält Scheffers Argumente für vorgeschoben. Sein Vorschlag: "Alles einhausen lassen." Thomas Hennecke, Mitarbeiter in der Fachstelle Umweltschutz bei der Bahn, verweist auf das Bundesrecht, dem die Bahn unterliegt, 65 Dezibel dürften in einer Entfernung von 7,5 Metern nicht überschritten werden. "Es mag ja sein, dass die Bahn eine Betriebserlaubnis für einen Abstellbahnhof besitzt, aber nicht für einen Betriebshof. Außerdem ist die uralt, das ist keine vernünftige Rechtslage", kontert Reinhardt.

Zum Gespräch ist auch Bezirksbürgermeister Gerwald van Leyen (CDU) gekommen. Über eine Lärmschutzwand hat er schon nachgedacht, "vielleicht können wir die Stadt bitten, auf freiwilliger Basis eine Woche lang den Lärm zu messen", schlägt er vor. Denn eine Messung von der DB wird es nicht geben, "uns fehlt die Grundlage dafür", sagt Hennecke. 65 Dezibel würden nicht überschritten.

Ratsmitglied Dieter Reinold (CDU) würde sich wünschen, dass Züge nicht so nah an der Wohnbebauung abgestellt werden. "Manche Gleise haben keine Oberleitung", sagt Scheffer, manche seien wegen der Bauarbeiten belegt. An den Arbeiten übt Werner Schlüter Kritik - seit sie auf dem Abstellbahnhof laufen, sei alles noch schlimmer geworden: "Waggons werden mit Schrott und alten Gleisen beladen, die aus mehreren Metern Höhe vom Kran fallengelassen werden." An den normalen Betrieb hat sich Schlüter, der seit 1997 am Speyerweg wohnt, gewöhnt. "Aber das ist nicht mehr auszuhalten".

Gabriele Süss stören vor allem die blau-weißen Züge, die vor ihrem Haus stehen. National Express sei für dieses Modell verantwortlich, das auch auf dem Bahnhof gewartet wird. "Darum müssen wir uns kümmern", versichert Klaus Scheffer. "Wir müssen uns hinterfragen, ob die Züge immer auf dem entferntesten Gleis stehen", sagt er. Mitarbeiter sollen sensibilisiert werden, sowohl beim Abstellen der Züge als auch bei der eigenen Lautstärke, "manche unterhalten sich - auch gerne nachts - über eine Entfernung von 70 Metern", sagt Mario Kristo. Einen Ansprechpartner wünschen sich die Anwohner, den sie kontaktieren können, sobald eine Lok oder ein aufgerüsteter Zug vor der Tür steht. "E-Mails werden nicht beantwortet", bemängelt Süss, die eine Petition an den Landtag aufgesetzt hat. An den Bundestag sei sie verwiesen worden - ohne Ergebnis.

Quelle: RP
 
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