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Bauprojekt in Düsseldorf
Anwohner sauer wegen Metro-Pavillon

Bauprojekt in Düsseldorf: Anwohner sauer wegen Metro-Pavillon
Franz Schweigert fürchtet, durch den 12 Meter hohen Pavillon könnte die Luft schlecht werden. FOTO: hans-jürgen bauer
Düsseldorf. Der Handelskonzern Metro will an der Reuterkaserne direkt am Rhein für drei Wochen einen 50 Meter langen und zwölf Meter hohen Pavillon aufbauen. Dazu müssen Bäume ausgegraben werden. Die Nachbarn sind empört. Von Thorsten Breitkopf und Nicole Kampe

Mit einem riesigen Pavillon will sich der Handelskonzern Metro beim Düsseldorf Festival präsentieren. Er soll fast 50 mal 30 Meter Grundfläche haben und vom 21. August bis zum 12. September zwischen der Straße Reuterkaserne und dem Rheinufer stehen. Zwölf Meter ist er hoch, ein Turm sogar 16 Meter. Im Pavillon soll über die neue Struktur des Konzerns nach der Abspaltung der Sparte Ceconomy informiert werden. Spatenstich ist am Montag.

Viel zu spät informiert fühlt sich Anwohner Wolfgang Hein. Erst am 2. August seien die Briefe gekommen, die viele nicht mal wahrgenommen hätten, weil sie zwischen Wurfsendungen gesteckt haben sollen. Hein selbst hatte erst am Montag von dem Pavillon gehört, als er aus dem Urlaub kam. Viele Fragen sind offen: "An Reuterkaserne und Eiskellerberg sollen alle Parkflächen wegfallen", sagt er. Besonders aber stört ihn, dass einige Bäume ausgegraben werden müssen. "Die haben Anwohner nach Orkan Ela gespendet", erzählt Hein und verweist auf Heinz-Richard Heinemann, der maßgeblich beteiligt war an der Spendenaktion.

Die Metro versucht zu beruhigen. "Die vier betroffenen Bäume werden ausgegraben und später wieder an gleicher Stelle gepflanzt", sagt eine Metro-Sprecherin. Ein Gärtner hat den Anwohnern jedoch die Auskunft gegeben, dass,"wenn die Bäume jetzt herausgerissen werden, sie das nicht überleben", sagt Hein. "Und die Wiese war als Kunst-, nicht als Ausstellungswiese gedacht", ergänzt Heinemann. Entsprechend seien auch Werke installiert worden - zum Beispiel Gerhard Moritzens begehbares Kunstobjekt Boot, die Sonnenuhr der Jonges oder der Künstlerzaun, der um einen Baum gezogen wurde. "Soll das nun alles weichen für eine Werbeveranstaltung?", fragt Hein. Bei der Metro betont man, dass die Kunstwerke stehen blieben und durch eine Holzeinfassung geschützt würden, damit nichts zu Schaden kommt.

Einen einstelligen Millionenbetrag lässt sich die Metro den Pavillon am Rheinufer kosten. FOTO: Metro Group

Die Parkplatzsituation rund um die Reuterkaserne bereitet Franz Schweigert Sorgen, "man hat mir nun einen Platz im Parkhaus am Ratinger Tor angeboten", sagt er. "Und wie soll der Anliefer- und Abfahrtsverkehr hier funktionieren?", fragt der Anwohner. Laut Metro fallen nur wenige Parkplätze weg, einigen Anwohnern werde Ersatz gestellt. Schweigert meint, der große Pavillon werde "die Luftzirkulation beeinflussen und uns die Sicht auf den Rhein versperren". Für die würden die Anwohner aber bezahlen, ergänzt Hein. Wieso die Metro ihre Konstruktion ausgerechnet auf der Wiese vor der Reuterkaserne aufstellt, versteht Hein nicht. "Auf der Kirmeswiese ist Platz, auf dem Johannes-Rau-Platz am Apollo-Theater auch oder auf dem Rathausplatz", sagt er.

Bei der Metro verweist man darauf, dass die Rheinwiese allein der Kirmes vorbehalten sei. Außerdem solle der Pavillon für den Premiumsponsor Teil des in der Altstadt stattfindenden Festivals sein.

Am meisten hat die Anwohner schließlich die Formulierung in dem allgemeinen Brief geärgert, darin begründet die Metro ihre Aktion: "Deshalb möchten wir uns bei allen Anwohnern für die einzigartige Atmosphäre Ihres Stadtteils mit einer besonderen Veranstaltung bedanken (Auszug)." Als Geschenk sehen die Nachbarn den Bau aber nicht.

Quelle: RP
 
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