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"Race am Rhein" in Düsseldorf
Anwohner verärgert über Radrennstrecke

"Race am Rhein" in Düsseldorf: Anwohner verärgert über Radrennstrecke
Rainer Gierling kritisiert, dass in Düsseltal rund 500 Parkplätze für die Radrennen wegfallen. FOTO: Andreas Bretz
Düsseldorf. Für das "Race am Rhein" am Sonntag werden in Düsseldorf Straßen und mehrere hundert Parkplätze gesperrt. Die Betroffenen wissen nicht, wie sie ihre Ziele erreichen und wo sie ihr Auto hinbringen können. Am Donnerstag kommt das Thema in den Stadtrat. Von Christian Herrendorf

Die Zahl der Radsportfreunde in Düsseldorf sinkt - seit die Halteverbotsschilder an der Strecke für die Rennen am Sonntag stehen. Die Anwohner in Düsseltal, Mörsenbroich oder Gerresheim waren unangenehm überrascht, als sie durch die Schilder erfuhren, dass sie ihr Auto am späten Samstag wegfahren müssen, weil an der Strecke keine Wagen stehen dürfen und die Straßen gesperrt sind.

Das Projektbüro für Grand Départ und Radsporttag hat nach eigenen Angaben ein Schreiben an die Betroffenen vorbereitet, das am Donnerstag in den Briefkästen sein soll. Dann wird das Thema auch auf der Tagesordnung des Stadtrats stehen. Die CDU stellt eine Anfrage aus aktuellem Anlass.

Einer der Betroffenen ist Rainer Gierling aus Düsseltal. Er entdeckte zunächst an der Grunerstraße ein Halteverbotsschild, beim weiteren Gang durchs Viertel auch an der Windscheid- und der Brehmstraße. "Das sind locker 500 Parkplätze, die wegfallen, wo sollen die Leute mit ihren Wagen denn alle hin?", fragt er. Die Antwort aus dem Projektbüro hilft ihm nicht weiter. "Es gibt keine ausgewiesenen Ausweichparkplätze, wir können daher nur die Straßen im Umfeld empfehlen", heißt es von dort.

Ein anderer Leser unserer Zeitung muss am Sonntag ins Gerresheimer Krankenhaus, das so an der Strecke liegt, dass es nicht mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder Auto zu erreichen ist. Die Organisatoren des Radsporttages haben dem Betroffenen geraten, von Süden so nah wie möglich ans Krankenhaus heranzufahren und den Rest der Strecke zu Fuß zu laufen.

Zumindest eine beruhigende Nachricht gibt es in diesem Zusammenhang: Die Strecke wird nicht komplett mit Zäunen abgesperrt, sondern nur dort, wo es aus Sicherheitsgründen nötig ist. Folglich können Anwohner nach Rücksprache mit einem Streckenposten die Fahrbahn überqueren, wenn gerade keine Fahrer dort entlang kommen. Auch die Durchfahrt für Rettungsfahrzeuge ist gesichert.

Die Stadt sperrt die Straßen für die zahlreichen Rennen, die am Radsporttag auf einem Teil der Düsseldorfer Tour-Etappe des nächsten Jahres ausgetragen wird. Da die Profis und die ambitionierten Hobbyfahrer mit relativ hohen Geschwindigkeiten unterwegs sind, dürfen am Rand keine Autos stehen, um Unfälle zu vermeiden. Zudem wollen die Organisatoren verhindern, dass sich Fahrer am Sonntag ins Autos setzen und plötzlich auf der Strecke auftauchen. Folglich müssten an den meisten gesperrten Punkten verbliebene Autos am Samstagabend oder frühen Sonntagmorgen abgeschleppt werden. Die betroffenen Straßen sind ab 6 Uhr gesperrt und werden am Nachmittag Stück für Stück wieder freigegeben (voraussichtlich bis spätestens 16.30 Uhr).

Die CDU lässt in ihrer Anfrage deutliche Kritik mitklingen: Die Anwohner seien erst Anfang/Mitte dieser Woche über die Sperrungen informiert worden und hätten vielfach zunächst aus der Presse davon erfahren. Der Fußball-Verein DSC 99 habe für sein Spiel gegen den FC Monheim das Heimrecht abtreten müssen, auch für das Spiel der DEG im Dome stünden Anreiseschwierigkeiten zu erwarten.

Quelle: RP
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