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Problem-Baustelle
Neue Becken im Düsseldorfer Aquazoo sind undicht

So sieht es auf der Aquazoo-Baustelle aus
So sieht es auf der Aquazoo-Baustelle aus FOTO: Bretz, Andreas
Düsseldorf. In der Hälfte der neuen Aquarien des Düsseldorfer Aquazoos musste das Glas erneut verfugt werden. Das ist nur eines von diversen Problemen auf der Baustelle, große Sorgen macht unter anderem auch die Heizung. Der neue Starttermin im Sommer wackelt. Von Arne Lieb

Die Problem-Baustelle im Aquazoo sorgt für weiteren Ärger. In der Hälfte der 40 Aquarien, in die schon Wasser eingelassen wurde, erwies sich die Verfugung der Scheiben als undicht – die Arbeiten mussten erneut ausgeführt werden. Die Beteiligten befürchten, dass auch das neue Pinguingehege betroffen sein könnte. Nach Ansicht der Stadtverwaltung liegt der Fehler bei dem ausführenden Unternehmen.

Diese Schwierigkeiten sind einer der Gründe, warum auch der Starttermin im März 2017 vom Tisch ist – obwohl er schon zwei Jahre nach dem ursprünglich vorgesehenen Abschluss der Arbeiten lag. Düsseldorfs besucherstärkstes Museum ist seit November 2013 geschlossen. Wie berichtet, strebt die Stadt jetzt eine Eröffnung im Sommer an. Allerdings will man sich noch nicht auf einen Termin festlegen. "Wir arbeiten mit allergrößtem Einsatz", sagt Kulturdezernent Hans-Georg Lohe. Man werde aber erst Mitte November wissen, ob man bis zu den Sommerferien fertig ist. "Wir müssen erhebliche zusätzliche Arbeiten erledigen", sagt Lohe. Die Kosten steigen nicht noch einmal. Sie liegen bei 18,8 Millionen Euro.

Letzter Tag: Düsseldorfer Aquazoo schließt bis 2015 FOTO: Bretz, Andreas

Lohe informierte am Montag die Mitglieder des Bauausschusses und die Medien über die Ursachen für die erneute Verzögerung. Demnach sind erneut diverse Arbeitsschritte nicht nach Plan gelaufen. Einige Panorama-Scheiben erwiesen sich als so beschädigt, dass man sie doch austauschen muss. Besonders ärgerlich: Die neue Farbe im Becken in der Tropenhalle löst sich, unter anderem hält sie einer Reinigung mit Hochdruck nicht stand. Die Folge ist, dass die schon eingezogenen Krokodile wieder ausquartiert werden müssen, damit der Anstrich wiederholt werden kann.

Auch der lange Frust mit der neuen Mess-, Steuer- und Regelungstechnik hält an. Die Stadt hatte im Frühjahr bekanntgegeben, dass ein externes Büro so schlecht gearbeitet hat, dass die Planung wiederholt werden musste. Nun sind neue Schwierigkeiten aufgetreten, die laut den Verantwortlichen mit den früheren Problemen zusammenhängen. Sie führen unter anderem dazu, dass die Heizung nicht richtig arbeitet – die Tropenhalle wird mit mobilen Heizlüftern erwärmt. Der zentrale Schaltschrank wurde fünf Wochen später als vereinbart geliefert, dadurch verschoben sich Folgearbeiten. Nun gibt es laut Lohe immer noch eine Vielzahl von Fehlermeldungen.

Jochen Reiter, der den Zoo seit rund einem Dreivierteljahr leitet, musste mit seinem Team schon drei Mal den Zeitplan für die Eingewöhnung der noch fehlenden Tiere überarbeiten. Der Leiter – und auch die anderen Beteiligten – hoffen trotzdem auf Begeisterung der Besucher, wenn die Sanierung endlich vorbei ist: Der Innenbereich wurde komplett neu gestaltet, die Ausstellung überarbeitet, neue Tierarten kommen hinzu. Jochen Reiter hofft auf eine halbe Million Besucher pro Jahr und will auch den Rang des Zoos als größten außerschulischen Lernort in Düsseldorf festigen.

Im Bauausschuss forderte die CDU, dass die Sanierung schleunig abgeschlossen wird, damit der Zoo in den besucherstarken Sommerferien öffnen kann. Jochen Reiter warb aber eindringlich davor, nicht an der falschen Stelle Zeit zu sparen. Es sei wichtig, dass man sich nach Abschluss der Arbeiten für die Eingewöhnung der Tiere genug Zeit nehme, unter anderem, damit sich das biologische Umfeld entwickeln kann. Der Zeitplan dafür sei bereits eng. "Wir werden das sonst mit dem Leben der Tiere bezahlen."

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