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Düsseldorf
Architekt Ingenhoven plant Sanierung des Schauspielhauses

Düsseldorf: Architekt Ingenhoven plant Sanierung des Schauspielhauses
Das Schauspielhaus ist eine Düsseldorfer Ikone - allerdings gibt es immer wieder Streit um seinen Zustand. FOTO: dpa
Düsseldorf. Der Architekt des benachbarten "Kö-Bogen II" bereitet die Sanierung von Dach und Fassade des Theaters vor. Bis zum Herbst soll entschieden werden, ob Extras wie die neue Kasse dazukommen. Von Arne Lieb

Das Schauspielhaus wird saniert. Das hat der Stadtrat einstimmig entschieden. Nun laufen die Planungen, bald stehen wichtige Vorentscheidungen an. Die Übersicht:

Was passiert derzeit?

Der erste Schritt, die Erneuerung der Haustechnik, ist bald abgeschlossen. Zeitgleich laufen die Planungen für die Sanierung des Dachs und der markanten weißen Fassade. Architekt Christoph Ingenhoven, der auch das benachbarte, im Bau befindliche "Kö-Bögen II"-Gebäude gestaltet hat, ist beauftragt worden. Ingenhoven kümmert sich auch federführend um die als "Maßnahmenpaket 3" titulierte andere Frage: Er soll weitere mögliche Umbauten vorbereiten, die Erscheinungsbild und Funktionalität des Baus verbessern könnten.

Wie lautet der Zeitplan?

Das Haus, das derzeit geschlossen ist, soll zur Spielzeit 2018/19 wieder als Theater zur Verfügung stehen. "Allerdings werden dann noch nicht alle Arbeiten erledigt sein", sagt Kulturdezernent Hans-Georg Lohe. Ein Theater mit angeschlossener Baustelle wird das Schauspielhaus ohnehin noch für einige Zeit sein: Die Erneuerung der Tiefgarage und der anschließende Bau des benachbarten Büro- und Kaufhauses ("Ingenhoven-Tal") sollen erst Ende 2019 abgeschlossen sein. Derzeit ist das Schauspiel auf die Spielstätte Central am Bahnhof ausgewichen.

Wie laufen die politischen Vorbereitungen?

Der Stadtrat hat erklärt, dass er die Sanierung will. Es fehlt aber noch ein zweiter Beschluss über die genauen Kosten ("Ausführungs- und Finanzierungsbeschluss"). Diese werden derzeit errechnet. In einer ersten, groben Schätzung ist die Rede von 15 Millionen Euro. Da die Baustelle als kompliziert gilt, soll der Stadtrat eine Kommission gründen, die das Projekt begleitet. Bevor der Rat den letzten Beschluss fällt, soll ein Zwischenschritt eingebaut werden: Der Rat soll zunächst tiefergehende Planungen bewilligen ("Erweiterter Bedarfsbeschluss").

Wie hoch ist das finanzielle Risiko?

Das ist die brisante Frage. Oberbürgermeister Thomas Geisel (SPD) hatte im vergangenen Jahr davor gewarnt, dass die Kosten für den Umbau explodieren könnten - das war der Auslöser für die Debatte um einen möglichen Verkauf des Gebäudes. Unklar ist, wie viel dafür nötig sein wird, den Brandschutz auf aktuellen Stand zu bringen. Zudem könnten sich böse Überraschungen zeigen, wenn die weißen Bleche demontiert worden sind und ein genauerer Blick auf Stahlträger und Beton des rund 50 Jahre alten Gebäudes möglich sind. Solche Sanierungen von betagten Kulturgebäuden erweisen sich immer wieder als riskant. Die Fassade war bei der letzten großen Sanierung von rund zehn Jahren ausgeklammert worden, eine Erneuerung gilt als nicht aufschiebbar. Lohe geht davon aus, dass sich das Risiko durch gute Vorarbeiten minimieren lässt. "Sorgfältige Planung ist wichtig", sagt er.

Was wird noch gemacht?

Das muss die Politik noch klären. Architekt Ingenhoven hatte gemeinsam mit Schauspiel-Intendant Wilfried Schulz eine Reihe von Ideen erarbeitet, wie sich das Gebäude verbessern lässt. Dazu zählen ein neuer Haupteingang mit dem Kassenbereich, ein verbessertes Foyer, neue Garderoben oder sanierte WCs. Die Politik hatte solche Extra-Wünsche aber bislang mit Blick auf die knappe Stadtkasse nicht bewilligt. Bis zum Herbst muss aber die Entscheidung her, ob die Zeit der Schließung nicht doch für weitere Arbeiten genutzt werden sollte. Ein Kuratorium aus einflussreichen Bürgern will diese zusätzlichen Sanierungen vorantreiben, möglicherweise finden sich also private Geldgeber.

Quelle: RP
 
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