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Kommentar
Auch die Freier sind schuldig

Meinung | Düsseldorf. Die Polizei der Stadt Düsseldorf geht verstärkt gegen Menschenhandel und Zwangsprostituion vor. Doch das Problem existiert auch, weil es Freier gibt, die für wenige Euro ungeschützten Sex kaufen. Von Stefani Geilhausen

Menschenhandel ist keine Spezialität des Rotlicht-Gewerbes. Billigstarbeitskräfte, in bitterarmen Ländern angeworben, die in Deutschland in verwahrlosten Schlichtwohnungen Wucherpreise für eine Matratze zahlen müssen, von der aus sie zur Arbeit in Industriebetrieben gehen (die davon natürlich nichts wissen wollen), sind keine Seltenheit. So wenig wie die Bettler, die organisierte Kriminelle aus den ärmsten Regionen Osteuropas ankarren. Nicht wenige werden verstümmelt, um in deutschen Großstädten mehr Mitleid zu bekommen. Frauen legt man ein Baby als Accessoire in den Schoß. Es ist das wohl schmutzigste Geschäft überhaupt, weil es die Würde der Menschen mit Fußen tritt.

Aber nicht nur die Kriminellen, die Schlepper, Schleuser und Zuhälter handeln mit Menschen. Freier, die auf dem Straßenstrich und in Privatbordellen für wenige Euro ungeschützten Geschlechtsverkehr und Extrem-Sex kaufen können, sind an dem Geschäft genauso beteiligt wie Pädophile, die Vergewaltigungsfotos betrachten: Sie machen sich schuldig. Und deshalb müssen die Ordnungsbehörden auch immer wieder gegen die Freier vorgehen.

Quelle: RP
 
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