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Düsseldorf
Auch Flüchtlinge feiern mit

Düsseldorf. Beim Zug in Mörsenbroich und Rath vermittelten Feiernde ihr Brauchtum.

Schon lange bevor sich der Veedelszoch gestern durch Mörsenbroich und Rath in Bewegung setzte, feiert das bunte Narrenvolk ausgelassen am Straßenrand. Besonders am Hülsmeyerplatz und am so genannten Spatenplätzchen schunkelten sich die Zuschauer bei Bier, Würstchen und Musik in Stimmung. Eine Gruppe staunender junger Männer, unschwer als Bewohner der benachbarten Flüchtlingsunterkunft zu erkennen, wurde schnell noch von den Jecken mit Luftschlangen karnevalstauglich "umdekoriert" und bekam den Schlachtruf "Helau" beigebracht.

Der erschallte dann auch begeistert und laut, als der Zug mit seinen mehr als 440 Teilnehmern und 18 Gruppen vorbeizog, die alle von Moderator Andreas Niemann dem Publikum vorgestellt wurde. Bei einigen Gruppen wie die Gartenzwerge Faselbusch, war das eigentlich nicht nötig, denn die ziehen seit 38 Jahren, also seit Gründung des Umzuges durch den Mörsenbroicher Bürgerverein, mit. Treue und sehr zahlreiche Teilnehmer sind auch die "Ehemaligen der Spatenstraße", die diesmal passend zum Motto "Kunterbunt geht's rund" als Maler erschienen. Die wohl größte Gruppe mit rund 100 Narren, die als bunte Konfettis verkleidet waren, stellte erneut die St.-Franziskus-Schule. Die Grundschüler verteilten statt Kamelle Tulpen und sorgten so für einen Hauch Frühling.

Erstmals dabei war die Tierklinik Münsterstraße, die mit einem großen Jeep, auf dessen Ladefläche sich als Tiere verkleidete Jecken tummelten, für einen Hingucker sorgte. Auch die Neulinge "De lilla Engel" aus Lohausen stellten mit ihrem großen Karnevalswagen einen Höhepunkt des Zuges da.

Der war zum Bedauern der Zuschauer viel zu schnell vorbei. Viele zogen deshalb zu anderen Straßenecken weiter, um dort noch mal das Spektakel zu verfolgen. "Normalerweise gehen wir immer in die Stadt zum Rosenmontagszug. Sicherheitshalber feiern wir aber schon hier mit, falls der abgesagt werden muss, und sind begeistert, denn hier trifft man jede Menge Bekannte", sagt die Ratherin Tanja Swenski.

(brab)
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