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Düsseldorf
Auf der Suche nach Krimis und Klassikern

Düsseldorf: Auf der Suche nach Krimis und Klassikern
Voll war es in der Orangerie in Benrath beim Bücherflohmarkt. Besonders beliebt bei den Besuchern: Kochbücher. Anders sah es in der Bücherei Garath aus. Dort kamen nur wenige Besucher - trotz Stückpreisen von 50 Cent. FOTO: A. Endermann
Düsseldorf. In Benrath, Garath und in der Johanneskirche konnten Besucher auf dem Bücherflohmarkt stöbern. Von Daniel Schrader

Das gebundene Buch steht bei den Düsseldorfern hoch im Kurs - obwohl es immer mehr E-Books, also elektronische Bücher gibt. Das zeigte sich am Wochenende auf gleich drei Bücherflohmärkten in der Stadt. Passend zum ersten Advent luden die Büchereien in Benrath, Garath und der Johanneskirche zum Stöbern nach Weihnachtsgeschenken und Raritäten ein.

In Benrath wurden Bücherwürmer in der Zweigstelle der Stadtbücherei in der Orangerie fündig. Zwischen den Regalen hatten die Mitarbeiter kleine Verkaufstische aufgebaut, auf denen von Klassikern bis Belletristik sämtliche Genres bedient wurden. "Besonders gut verkaufen sich unsere Kochbücher", sagt Christel Mewes. Lexika seien dagegen weniger gefragt. Kosten pro Buch: zwischen einem und vier Euro. Dass die Verkaufsräume gut besucht waren, lag aber nicht nur am Angebot, sondern insbesondere am Ambiente des kleinen Marktes: Außer den Büchern wurden selbst gebackene Plätzchen und Glühwein verkauft; überall hing festliche Dekoration. Außerdem spielten Schüler der Clara-Schumann-Musikschule Weihnachtslieder auf der Geige und dem Klavier und brachten die Besucher so in Adventsstimmung. Unter ihnen war auch Susanne Hack, die den Markt jedes Jahr besucht. "Der Bücherflohmarkt ist für mich eine Institution", sagt sie. Besonders die Hörbuch-Auswahl gefiel ihr. Dabei entschied sie sich für eine Hörbuch-Ausgabe von "Nachtzug nach Lissabon" von Pascal Mercier.

Im Kontrast zum gut besuchten Markt in Benrath stand der Bücherflohmarkt in Garath, der Freitag und Samstag in der dortigen Zweigstelle der Bücherei stattfand. Denn die niedrigen Leihzahlen wirkten sich auch auf die Zahl der Besucher aus: "Am gesamten Freitag waren nur rund 20 Besucher hier", sagt Bücherei-Leiter Gerd Windges. Auch am Samstag kamen nur Einzelne in den kleinen Nebenraum der Bücherei. Zwar gab es auch hier Glühwein und Kekse, doch abgesehen davon erinnerte nur wenig an Weihnachten. Dafür bot der Markt Schnäppchenjägern eine große Auswahl: Je 50 Cent zahlten Besucher für ein Taschenbuch. Erika Gobiet kaufte deshalb gleich zwölf Bücher für sechs Euro. "Sollte mir eines davon doch nicht gefallen, ist das bei diesen Preisen nicht weiter schlimm."

Das Preissystem beim Bücherflohmarkt in der Johanneskirche war dagegen ein wenig komplizierter: Dort war der Preis von der Dicke des Buches abhängig: pro Zentimeter 25 Cent. "Da wird manchmal um jeden Millimeter gefeilscht", sagt Barbara Wengel von dem Markt. Im Gegensatz zu den beiden Märkten in Benrath und Garath war das Angebot im Café der Kirche zwar deutlich kleiner, hatte aber ein Alleinstellungsmerkmal: den Verkauf alter Schallplatten.

Von James Last über Boney M. bis Katja Ebstein gab es eine große Auswahl verschiedener Genres, die viele Besucher wie beispielsweise die Aachenerin Paula Günster anzogen. Weil ihr Mitbewohner kürzlich einen Plattenspieler geschenkt bekommen hat, suchte sie nach Nachschub für die heimische Plattensammlung. "Mit 50 Cent pro Stück sind die Platten hier sehr günstig", sagt sie. Auf anderen Märkten müsse man vier bis fünf Euro je Platte zahlen.

Quelle: RP
 
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