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Düsseldorf gestalten
Auf die Plätze . . .

Düsseldorf gestalten: Auf die Plätze . . .
Gudrun Beinke, Roswitha Heimlich, Volker Wirths und Sandra Shebeika haben die Initiative Friedensplätzchen gegründet. Ohne ihr Engagement wäre der Platz nicht das, was er heute ist – nämlich ein Ort für die Nachbarschaft. FOTO: Bretz, Andreas
Düsseldorf. Der öffentliche Raum wird in einer Stadt wie Düsseldorf immer wichtiger. Die Verantwortung bei der Gestaltung sollte aber nicht nur bei der Stadt liegen, sondern eine Mischung aus öffentlichem und bürgerschaftlichem Engagement sein. Von Nicole Kampe

Düsseldorf wächst. Überall sprießen neue Wohnquartiere wie Pilze aus dem Boden, immer mehr Menschen ziehen in die Stadt. Dabei spielt der öffentliche Raum eine wichtigere Rolle denn je, findet Stadtplanerin Cornelia Zuschke, "diesen Raum im Blick zu behalten, ist für die Verwaltung Pflicht", sagt sie.

Ohne diese Flächen sei eine Stadt nicht lebenswert. Über das neue Stadtentwicklungskonzept "Raumwerk D", das in diesem Frühjahr gestartet ist und bei dem die Bürger aufgerufen sind, sich zu beteiligen, hofft Zuschke auf Anregungen von Düsseldorfern, vor allem auch zum Thema Plätze. "Ich kann mir vorstellen, dass es eine Vereinbarung dazu geben wird".

Die Verantwortung bei der Gestaltung eines Platzes sollte aber nicht nur bei der Stadt liegen, eine Mischung aus öffentlichem und bürgerschaftlichem Engagement wünscht sich Conrelia Zuschke, ein tolles Vorbild ist die Initiative Friedensplätzchen in Unterbilk, die sich seit mehr als 20 Jahren um die Fläche zwischen Düssel-, Wissmann- und Bürgerstraße einsetzt.

Volker Wirhts ist seit der ersten Stunde dabei, trifft sich jeden Mittwoch mit einem Stamm von Helfern im Café, das gleich am Platz liegt - aus einem provisorischen Spielplatz, der Ende der 1990er aufgebaut wurde, "ist ein Platz für alle entstanden", sagt Wirths. Im Sommer feiern die Anwohner ein Sommerfest, im Winter werden ein Weihnachtszelt und ein Weihnachtsbaum aufgestellt.

Finanziert wird das aus den Kuchenverkäufen, die beim Trödel im Mai eingenommen werden. "Wichtig ist, dass der Platz sauber ist", sagt Volker Wirths, "ist er einmal dreckig, wird er schnell nicht mehr angenommen."

Angstraum ist das Stichwort, das Zuschke einfällt, wenn sie an solche Orte denkt. "Wir brauchen eine Grundsicherheit", sagt sie, "unsere Plätze sind zu wertvoll." Mehr als 200 Plätze gibt es im Stadtgebiet, dazu kommen viele Straßen und Fußgängerzonen, die in den letzen vier Jahrzehnten erneuert wurden.

"Die Rheinuferpromenade mit der Unteren Rheinwerft bleibt auch nach 23 Jahren ein Erfolgsprojekt", sagt Volker Paulat von der Stadt. Der Kö-Bogen sei ein nächster Meilenstein für einen lebendigen öffentlichen Raum, "ich kannte die Kö bisher nur mit Baustelle", sagt Cornelia Zuschke, jetzt gibt es wieder eine Verbindung über den frisch restaurierten Corneliusplatz mit dem Hofgarten und der Landskrone.

Parallel laufe der Wettbewerb zur Umgestaltung des Konrad-Adenauer-Platzes, weitere Akzente will die Stadt bei der Gestaltung des Kaiserswerther Markts, des Graf-Adolf-, Heinrich-Heine- und Belsenplatzes setzen. Dringenden Handlungsbedarf gibt es aber noch am Aachener Platz, Carl-Mostert- oder Dorotheenplatz - zumindest die Stadtteilpolitik hat diese Problemflächen auf dem Schirm.

Ideen gibt es viele, wie ein öffentlicher Raum bespielt werden kann - "der Kolpingplatz ist der schönste und lebendigste Platz in Pempelfort", sagt Bezirksbürgermeisterin Marina Spillner. Mittwochs und samstags gibt es einen Wochenmarkt, die Jugendetage der Kreuzkirche nutzt die Fläche für die Nachmittagsbetreuung, es gibt eine Boule-Fläche und eine nette Toilette gleich gegenüber.

Einiges ist auch geblieben aus dem Format "Platz da", das 2003 zur Verbesserung der Innenstadtplätze initiiert wurde: das Glashaus auf dem Worringer Platz zum Beispiel, Tango und Nachbarschaftsfeste wie auf Konkordia- und Benrather Straße. "Mit den Plätzen kommt einfach Gefühl in die Stadtplanung", sagt Zuschke.

Quelle: RP
 
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