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"Saks Off 5th" in Düsseldorf
Auf Schnäppchenjagd im neuen Kaufhaus

So läuft es im Outlet-Kaufhaus "Saks Off 5th"
So läuft es im Outlet-Kaufhaus "Saks Off 5th" FOTO: nic
Düsseldorf. Das Outlet-Kaufhaus "Saks Off 5th" hat Anfang Juni im ehemaligen Carsch-Haus eröffnet. Wie läuft es nach zehn Wochen? Unsere Autorin hat sich umgeschaut. Von Nicole Lange

Wenn Sie günstig ein paar schwarze Rollkragenpullover, weiße Hemden und schlichte Jeans kaufen wollen, können Sie es natürlich im "Saks Off 5th" versuchen. Eigentlich, so zeigt sich nach dem Betreten, geht es den meisten beim Einkauf dort aber um etwas anderes. Um die Jagd nach besonderen Schnäppchen nämlich, nach einem ungewöhnlichen Teil, das natürlich auch noch heftig reduziert sein sollte.

"Find your one thing" ("Finde deine eine Sache") lautet entsprechend der Slogan, mit dem das Kaufhaus wirbt. Und was geht am besten? "Top-Seller unseres Sortiments sind definitiv Sonnenbrillen, Schuhe, Accessoires", sagt eine Sprecherin.

Anfang Juni hat das Kaufhaus des kanadischen Betreibers Hudson's Bay Company (auch Eigentümer von Kaufhof) am Heine-Platz in den Räumen des früheren Carsch-Hauses eröffnet. Mit dem traditionsreichen Warenhaus hat der Nachfolger wenig zu tun: Das Konzept ist das eines Edel-Outlets, das Markenwaren zu stark reduzierten Preisen anbietet, etwa nicht abverkaufte Posten, die der Hersteller zurücknehmen musste.

Stars beim "Saks Off 5th"-Pre-Opening FOTO: Anne Orthen

Ein Outlet (die Betreiber selbst verwenden den Begriff übrigens nicht) mitten in Düsseldorfs Edel-Einkaufswelt und in Laufweite zur Kö – mancher bezweifelte, dass das aufgeht. Fragt man das Unternehmen nach der ersten Resonanz, ist die Antwort erwartungsgemäß vage, aber positiv: "Wir freuen uns, mit unserem Flagship-Store in Düsseldorf zu sein, und werden von unseren Kunden gut angenommen."

Auch der Bummel durch die Filiale lässt noch keinen klaren Schluss zu, ob das "Saks" (das umgangssprachlich bei den Düsseldorfern noch das "Carsch-Haus" ist) in Düsseldorf ein Treffer ist. Voll oder überlaufen ist der Laden nicht, die Atmosphäre ist ruhig. Aber es sind ja auch Ferien, das Wetter ist mäßig und lädt nicht zum Bummeln ein.

Diejenigen, die da sind, haben Zeit mitgebracht, schlendern langsam zwischen den Regalen her, nehmen hier etwas in die Hand, suchen dort nach einem Preisschild. Manchmal hängt die gleiche Bluse in allen Größen nebeneinander, aber auch Einzelstücke gibt es oft. Auch bei den Schuhen in der zweiten Etage: Karton an Karton, ganz unterschiedliche Paare nebeneinander aufgereiht. Ordentlich sieht's trotzdem aus: Offenbar verwenden die 85 Mitarbeiter des Hauses einiges an Zeit darauf, keine typische Outlet-Atmosphäre aufkommen zu lassen, in der Verkaufstische schnell zu Wühltischen werden.

Exklusiver Einblick ins neue Flagshipstore von Saks Off 5th

Das wäre angesichts der Preise auch seltsam - denn zwischen Schuhen für 39 und Sonnenbrillen für 20 Euro hängen hier viele Teile der obersten Preisklasse. Ein blaues Prada-Jackett gibt es in der Herren-Abteilung im vierten Stock für schlappe 599 Euro (allerdings reduziert von 1650; wer wird sich da beschweren?); ein sehr buntes Hemd von Philipp Plein für 129 Euro. Fest steht: Hier bleiben vor allem die stehen, die sich modisch was trauen.

In der Schuh-Abteilung ist Ralph Ilsch aus Stuttgart so einer: Er ist auf Geschäftsreise in Düsseldorf und hat sich gerade einen silberfarbenen Sneaker mit gelben Applikationen angezogen. "Klar würde ich sowas auch tragen", sagt er lächelnd. Kaufen will er trotzdem nicht, 200 Euro sind ihm für das Paar zu teuer. Im Erdgeschoss, in der Designer-Damen-Abteilung, diskutieren zwei Kundinnen über eine Jeans, die mit bunten Pailletten bestickt ist. "Ist doch super", sagt die eine. "Und wie wäscht man die bitte?", will die andere wissen. Man hängt das Kleidungsstück wieder an die Stange. Nächste Woche, so die Gesetzmäßigkeiten eines solchen Outlets, könnte es schon ausverkauft sein.

Die Damen finden aber in der Kassenzone noch was, wo die Entsprechungen zur "Quengelware" der Supermärkte zu finden sind. Hier: Gin-Probiersets, Kopfhörer, Designer-Tassen und Luxus-Tee. Geht auch, wenn man nur ein weißes Hemd wollte.

Quelle: RP
 
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