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Große Schäden
Aufräumen nach dem Sturm

Düsseldorf: Der Tag nach Sturmtief "Xynthia"
Düsseldorf: Der Tag nach Sturmtief "Xynthia" FOTO: Johannes Bornewasser
Düsseldorf. Am Sonntag fegte das Sturmtief "Xynthia" mit bis zu 137 Kilometern pro Stunde über Düsseldorf hinweg. Die Schäden sind zwar groß, aber die gute Nachricht ist: Kein Bürger der Stadt wurde ernsthaft verletzt. Von Andreas Pankratz

Das Orkantief "Xynthia" ist für Düsseldorf glimpflich ausgegangen. Laut Angaben der Feuerwehr wurde kein Bürger verletzt. Allerdings seien die Schäden beträchtlich und die Auswirkungen des Sturms waren auch am Tag danach deutlich spürbar.

So hat die Feuerwehr bis gestern Nachmittag mehr als 450 Notrufe in der personell verstärkten Leitstelle registriert. "Vier Einsatzfahrzeuge haben in der Nacht und gestern Morgen nichts anderes gemacht, als die Sturmschäden zu besichtigen und zu beheben", erklärt Feuerwehrsprecher Heinz Engels.

Nicht so schlimm wie "Kyrill"

In mehr als 150 Fällen mussten die Einsatzkräfte umgefallene Bäume oder Baumteile mit Kettensägen bearbeiten. Elf Autos wurden durch herunterfallende Bäume, Äste, Gebäudeverkleidungen oder Dachziegel beschädigt. Dazu kamen umgefallene Verkehrsschilder, abgerissene Plakatwände und beschädigte Dachteile an mehr als 200 Gebäuden. Auch zwei mobile Toiletten sind umgekippt, ein Auslaufen der Chemikalien konnten die Feuerwehrkräfte aber verhindern. Im Vergleich zum Sturmtief "Kyrill" , das vor drei Jahren mit über 140 Kilometern pro Stunde weite Teile Deutschlands verwüstet hat, war "Xynthia" aus Düsseldorfer Sicht weniger dramatisch. Mehr als doppelt so viele Einsätze zählte die Feuerwehr damals. "Das war schon eine andere Hausnummer", erinnert sich Engels.

Auch der Bahnverkehr hat sich dieses Mal schneller erholt. Nachdem am Sonntag Nachmittag alle Züge in und um Düsseldorf still standen, kamen die meisten Bahnkunden – wenn auch mit Verspätungen – an ihr Ziel. Größere Probleme gab es mit Verbindungen aus Düsseldorf in die Niederlande und bei den Regional- und S-Bahnen ins Ruhrgebiet und an den Niederrhein. Gerade dort, wo die Gleise durch bewaldetes Gebiet führen, kam es häufiger zu Verzögerungen und Zugausfällen. "Gemessen an der Stärke des Sturms, hält sich der Schaden für uns und unsere Fahrgäste aber in Grenzen", resümiert Bahn-Sprecher Thorsten Nehring.

Ein ähnlich positives Fazit zieht auch die Düsseldorfer Bundespolizei. Diese musste zu 25 Einsätzen innerhalb der Stadt ausrücken, um blockierte Schienen zu sichern. Außerdem kümmerten sich die Beamten um den überfüllten Hauptbahnhof, als der Bahnverkehr eingestellt worden war. "Die Fahrgäste haben sich diszipliniert verhalten, wir hatten keine Probleme", sagt Polizei-Sprecher Stefan Beckmann.

Probleme mit den Passagieren hatte auch der Düsseldorfer Flughafen nicht. Zwar wurden 30 ankommende Flüge annulliert oder umgeleitet, die startenden Maschinen konnten den Airport laut Pressesprecher Christian Hinkel weitestgehend planmäßig verlassen.

Den spektakulärsten Sturm-Schaden konnten am Sonntag Passanten in der Innenstadt beobachten. Der Wind hatte ein 20 Meter hohes Gerüst vom Gebäude der Galeria Kaufhof gelöst und Teile in die Baustelle stürzen lassen. Die Theodor-Körner-Straße blieb in der Folge bis gestern Nachmittag um 17.45 Uhr gesperrt. Zweifel an der Qualität des Baugerüstes gibt es laut Kaufhaus-Geschäftsführer Lothar Mildebrath nicht.

Quelle: RP
 
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