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Düsseldorf
Auktionshaus gibt Gemälde zurück

Düsseldorf. Das Bild aus dem Besitz eines jüdischen Galeristen hängt nun im Stadtmuseum.

Die Max-Stern-Stiftung feiert einen weiteren Erfolg: Das Düsseldorfer Auktionshaus Richard Grüne gibt ein 1837 entstandenes Bild an die Stiftung zurück, die das Erbe des Düsseldorfer Galeristen Max Stern (1904-1987) verwaltet. Sie sucht weltweit nach den Bildern, die ihm während der NS-Zeit entzogen wurden. Das kleine Bild von Wilhelm Krafft (1808-1850), einem Schüler von Akademierektor Wilhelm von Schadow, geht als Leihgabe an das Stadtmuseum. Dort wird es bei der Ausstellung zu Max Stern zu sehen sein, die Anfang 2018 ansteht. Gestern feierten Provenienz-Forscher Willi Korte, Museumsdirektorin Susanne Anna, die kanadische Konsulin Marthe Lemay und Uwe Hartmann (Deutsches Zentrum Kulturgutverluste) die Übergabe.

Max Stern entwickelte sich nach dem Zweiten Weltkrieg in Kanada zu einem bedeutenden Galeristen. Sein Vermögen vermachte er der Stiftung, die zwei kanadische und eine israelische Universität fördert. Das an der Concordia-Université in Montreal ansässige Max Stern Art Restitution Project hat das Ziel, die verlorene deutsche Sammlung wiederzuerlangen - und will mehr Öffentlichkeit für das Thema Restitution schaffen.

Durch einen anonymen Hinweis war zunächst das Deutsche Zentrum Kulturgutverluste darauf aufmerksam geworden, dass das Auktionshaus ein Bild anbot, das einst Stern gehörte. Das Werk war bei einer Versteigerung 1937 veräußert worden, zu einer Zeit, als Stern von den Nationalsozialisten massiv bedrängt wurde. Nach Informationen unserer Redaktion kaufte der Auktionator Grüne das Bild von dem Besitzer, um es zurückzugeben. Eine rechtliche Verpflichtung zur Restitution gab es nicht. Letzter Beweis für die Echtheit des Bildes war der typische Aufkleber der Galerie Stern auf der Rückseite des Gemäldes.

Viel wert ist das Bild nicht, es ist versichert mit 2500 Euro. Es handelt sich aber immerhin bereits um das 13. Bild aus dem Besitz von Stern, das die Stiftung zurückerhält - und das zweite, das im Stadtmuseum zu sehen ist. Das Museum hatte bereits ein Selbstporträt von Schadow restituiert. Korte hofft, dass bald weitere folgen, auch wenn viele Gespräche mit Museen schwierig seien. Er redet unter anderem mit dem Museum Kunstpalast über zwei Werke.

(arl)
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