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Düsseldorf-Süd
Aus dem Vorsteher wird der Bezirksbürgermeister

Düsseldorf-Süd. Der Stadtrat soll in der morgigen Ratssitzung die Umbenennung durch Änderung der Hauptsatzung beschließen.

Uwe Sievers führte die Sitzung der Bezirksvertretung 10 gestern Abend noch als Bezirksvorsteher; wenn sein Pendant für den Stadtbezirk 9, Karl-Heinz Graf, kommende Woche Freitag den Vorsitz im Gremium hat, dann vielleicht schon mit dem Titel Bezirksbürgermeister.

In der morgigen Ratssitzung soll die Politik die Umbenennung von Bezirksvorsteher in Bezirksbürgermeister beschließen - wie im Koalitionsvertrag von SPD, Grünen und FDP vor einem halben Jahr festgelegt. Dabei wird es kein großes Brimbamborium geben - was vielleicht angemessen wäre nach dem rund zehn Jahre dauernden Streit um die Umbenennung: Schnörkellos heißt es in der Vorlage: "In §7Abs.5 Satz 2 werden die Worte 'die Bezirksvorsteherin/der Bezirksvorsteher' durch die Worte 'die Bezirksbürgermeisterin/der Bezirksbürgermeister' geändert. In der 57. Änderung der 2003 aufgestellten Hauptsatzung ist dies nur einer von 24 zur Änderung anstehender Unterpunkte. Die geänderte Hauptsatzung tritt einen Tag nach der Bekanntmachung im Düsseldorfer Amtsblatt in Kraft.

Einer der viele Jahre für den Bezirksbürgermeister gekämpft hat, erlebt den geplanten politischen Vollzug nun nicht mehr in Amt und Würden: Heinz-Leo Schuth, der der Bezirksvertretung 9 über 15 Jahre als ehrenamtlicher Vorsteher diente: "Mich haben in all den Jahren immer wieder Bürger gefragt, was ich denn als Vorsteher mache. Viele verbanden das mit dem Büro- oder gar einem Bahnhofsvorsteher. Der Titel des Bezirksbürgermeisters hat eine ganz andere Außenwirkung", erzählt Schuth, der zur Kommunalwahl im Mai 2014 nicht mehr angetreten war. Als Bezirksvorsteher war Schuth der ehrenamtliche Repräsentant der Stadt für den Stadtbezirk 9.

Er kann sich noch gut daran erinnern, wie der Streit um die Umbenennung vor ein paar Jahren eskalierte. Seit der Änderung der NRW-Gemeindeordnung im Jahr 2007 können sich die 23 kreisfreien Städte entscheiden, aus den Bezirksvorstehern Bezirksbürgermeister zu machen. In Köln geschah dies schon bald darauf. Andere Städte brauchten einige Jahre, um dem Weg zu folgen. In Solingen gibt es inzwischen seit 2011 Bezirksbürgermeister. Schuth: "Der damalige Düsseldorfer OB Joachim Erwin hatte mir zugesagt, dass das auch hier über die Bühne geht." Doch dann kam starker Widerstand von demjenigen, der damals Erster Bürgermeister der Stadt war. Dieser hatte die Sorge, dass sein hohes Ehrenamt als erster Vertreter des OBs in seiner Funktion als Repräsentant der Stadt durch die Einführung von zehn Bezirksbürgermeistern verwässert wird.

Mehr Geld bekommen die Bezirksbürgermeister durch den neuen Titel übrigens nicht. Im Monat bekommen sie eine Pauschale von 400 Euro für ihr sie täglich forderndes Ehrenamt.

(rö)
 
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