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Düsseldorf
Aus Groß-Zelten können Sporthallen werden

Düsseldorf. FDP warnt vor überhöhten Preisen bei der Unterbringung und schlägt die Alternative eines belgischen Herstellers vor. Von Denisa Richters und Uwe-Jens Ruhnau

Erst helfen, dann rechnen: Das ist im Augenblick die Devise, wenn es um die Unterbringung von Flüchtlingen geht. Möglichst schnell aber möchte die Stadtverwaltung genauer hinsehen und dabei zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Denn die Unterbringung von Flüchtlingen in eigenen oder angemieteten Immobilien (387 und 330 Euro pro Kopf und Monat) ist viel günstiger als in Zeltanlagen oder Hotels (knapp 1000 bis 1214 Euro) und schafft mehr Lebensqualität.

Die von der RP recherchierten Preisdifferenzen rufen die Politik auf den Plan. "Wir brauchen professionelle Unterstützung", sagt FDP-Fraktionschefin Marie-Agnes Strack-Zimmermann, "aber es darf nicht das Gefühl entstehen, dass Organisationen Claims abstecken und Preise aufgerufen werden, die über dem Marktwert liegen." Ihre Parteifreundin Monika Lehmhaus schlägt den Ankauf von Hallen vor, die durch ein Zementfundament, das in Schlitzbauweise unter den Außenwänden angelegt wird, verankert werden können. Die Groß-Zelte sind winterfest, die Wohnkabinen können (anders als in den Zeltanlagen) mit einer Decke versehen werden, so dass Privatsphäre entsteht. Die belgische Firma liefert ihre Produkte bereits in Serie aus. Laut Lehmhaus ist das Besondere an ihnen, dass sie umgenutzt werden können. "Die Itterstraße ist das beste Beispiel, dort sind zwei Schulen ohne Turnhalle. Die könnten sie auf diese Weise mittelfristig bekommen." Der Preis eines Zeltes (Größe zwei Tennisplätze) liegt bei 420 000 Euro, mit Einrichtung kommt man ungefähr auf das Doppelte. 192 Personen könnten dort unterkommen.

Die Stadt nimmt auch Gewerbeimmobilien stärker in den Fokus. Oberbürgermeister Thomas Geisel hatte jetzt ein Treffen mit Maklern von Gewerbeimmobilien. Man habe vereinbart, zu prüfen, wo Bestandsimmobilien leerstehen, die man für die Unterbringung von Flüchtlingen nutzen könnte. Auch das Land lässt prüfen, welche seiner Gebäude geeignet sein könnten. Auf der Liste stehen einem Sprecher der Bezirksregierung zufolge das frühere Innenministerium an der Haroldstraße und Teile des ehemaligen Vodafone-Komplexes am Rheinufer.

Quelle: RP
 
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