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Düsseldorf
Auto rammt Kinderwagen: Prozess wird verschoben

Düsseldorf: Kinderwagen von Auto erfasst
Düsseldorf: Kinderwagen von Auto erfasst FOTO: Gerhard Berger
Düsseldorf. Der Prozess wurde gestern abgesagt, bevor er begann. Die Mutter des kleinen Unfallopfers will nun doch als Nebenklägerin auftreten - und im Strafprozess zugleich Schadensersatz und Schmerzensgeld für ihren Sohn einfordern.

Bleich und ernst saß eine Autofahrerin (38) gestern auf dem Gerichtsflur, um sich dem Prozess und Urteil des Amtsgerichts über einen schrecklichen Unfall zu stellen. Im März hatte sie laut Anklage an der Grafenberger Allee beim Abbiegen eine rote Ampel missachtet und einen Kinderwagen mit einem 18 Monate alten Jungen gerammt, der schwer verletzt wurde. Doch der Prozess wurde gestern abgesagt, bevor er begann. Die Mutter des kleinen Unfallopfers will nun doch als Nebenklägerin auftreten - und im Strafprozess zugleich Schadensersatz und Schmerzensgeld für ihren Sohn einfordern. Diese Anträge werden nun geprüft, ein neuer Termin für die Verhandlung steht noch nicht fest.

Im sogenannten Adhäsions-Verfahren kann ein Strafgericht nach Unfällen oder Straftaten nicht nur Strafen verhängen, sondern auch über Schadenersatz und Schmerzensgeld entscheiden. Das erspart den Opfern, hinterher ihre Kosten oder ihre Schmerzensgeld-Forderungen noch mit einer zeitaufwändigen Zivilklage extra einzuklagen.

Darauf hatte die Mutter des nun zweijährigen Jungen, der sich von den Unfallfolgen gut erholt hat, bisher verzichtet. Die 32-Jährige, die damals samt Buggy und Sohn gerade die Grafenberger Allee überqueren wollte, stand nach der schlimmen Unfallszene noch lange unter Schock. Immerhin war ihr der Kinderwagen mit ihrem Kind durch den Aufprall aus der Hand gerissen und mindestens fünf Meter weit durch die Luft geschleudert worden. Dabei wurde der Buggy völlig zerstört. Ihr Sohn erlitt ein schweres Schädel-Hirn-Trauma, musste wochenlang in ein künstliches Koma versetzt werden.

Auch hatte die Mutter bisher nicht beantragt, als Nebenklägerin im Prozess gegen die 38-Jährige mit dem Staatsanwalt an einem Tisch zu sitzen. Das holte die Anwältin der Mutter erst kurz vor dem gestrigen Verhandlungstermin nach. Und zwar so knapp, dass der Verteidiger der Autofahrerin dazu nicht mehr Stellung mehr nehmen konnte. Also strich die Richterin die komplette Verhandlung. Ein neuer Termin für den Prozess steht noch nicht fest.

(wuk)
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