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Düsseldorf
Autos müssen für Bahnen warten

Düsseldorf: Autos müssen für Bahnen warten
Jörg Junkermann (links) nahm Oberbürgermeister Thomas Geisel gestern Morgen in der Fahrerkabine der Linie 707 mit, um ihn mit dem Alltag eines Straßenbahnfahrers vertraut zu machen. FOTO: Anne Orthen
Düsseldorf. Ab September werden mehr Ampeln auf eine Vorrangschaltung für Straßenbahnen umgerüstet. Oberbürgermeister Thomas Geisel setzt damit ein Wahlkampfversprechen um. Von Henning Rasche

Im Wahlkampf hatte Thomas Geisel mit höherer Taktung und pünktlicherem Nahverkehr geworben. Nun will der Oberbürgermeister einen ersten Schritt in diese Richtung unternehmen. Im September beginnt die Rheinbahn daher damit, weitere Ampeln und Signalanlagen umzustellen. Ziel ist es, den Straßenbahnen mehr Vorrang im Verkehr zu gewähren. "Die Straßenbahn ist das effizientere Verkehrsmittel", sagte Geisel gestern während einer Fahrt in der Fahrerkabine der Linie 707, in der er sich mit den Problemen des alltäglichen Verkehrs vertraut machte.

Bisher ist es so, dass die Straßenbahnen an Kreuzungen oft zum Stehen kommen und wertvolle Zeit im Kampf um Pünktlichkeit verlieren. Um Fahrzeiten und Verspätungen zu verkürzen, müssen nach der Umstellung die Autos warten. Wolfgang Eilrich, Leiter des Qualitätsmanagements der Rheinbahn, schränkte aber ein: "Wir sprechen da höchstens über ein paar Sekunden Wartezeit." Es könne nicht sein, dass fünf Autos mit jeweils ein bis zwei Personen, Vorfahrt vor einer gut gefüllten Straßenbahn hätten.

Die acht besten Verkehrs-Apps für Düsseldorf FOTO: Stadt Düsseldorf

Damit diese Änderungen gelingen, tauscht die Rheinbahn ihre Software aus. Künftig nutzt sie ein Programm, das bereits in anderen Städten zu erheblichen Fahrzeitverkürzungen geführt hat. Für Daniel Therhaag, Verkehrsplaner bei der Rheinbahn, ist das eine knifflige Herausforderung, schließlich dürfen die Bahnen auch nicht zu früh kommen. Probleme bereiten der Rheinbahn aber neben den Ampelschaltungen auch Linksabbiegerspuren oder Autofahrer, die in zweiter Reihe und damit auf den Strecken der Rheinbahn-Fahrzeuge parken. Im vergangenen Jahr wurden nach Angaben des Nahverkehrsunternehmens 332 Autos und Transporter abgeschleppt, die Busse oder Bahnen blockierten. Das Ordnungsamt soll künftig verstärkt in diesen Halteverbots-Zonen kontrollieren, um solche Wartezeiten für die Rheinbahn-Fahrzeuge zu vermeiden.

Historische Bilder aus dem Rheinbahnarchiv FOTO: Stadtarchiv D�sseldorf

Eine dieser Problemstellen liegt auf der Morsestraße in Friedrichstadt, deren Parkbuchten bis an die Gleise heranreichen - das lernte der Oberbürgermeister gestern während seiner Tour mit Fahrer Jörg Junkermann. Privat nutze er die Straßenbahn allerdings selten, sagte Geisel.

Testfahrten auf der Wehrhahn-Linie FOTO: Stadt Düsseldorf
Quelle: RP
 
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