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Düsseldorf
Babysitterin bestahl Familie

Düsseldorf. 19-Jährige gibt vor Gericht Diebstähle zu. Sie hat sich in Behandlung begeben.

Ein angeblich unwiderstehlicher Drang, wahllos irgendwelche Dinge einzustecken und zuhause zu horten, brachte eine Babysitterin (19) gestern auf die Anklagebank beim Jugendgericht. Dort gab die junge Frau unumwunden zu, über Monate hinweg Textilien, Schminke und Parfums bei einer Familie im Zooviertel mitgenommen zu haben, für die sie schon drei Jahre lang als Babysitterin tätig war. Der Gesamtwert ihrer Beute betrug 863 Euro.

Ein Schaden ist der bestohlenen Familie eigentlich nicht entstanden: Die Babysitterin gab alles sofort zurück. "Es war ein Drang, ich konnte es nicht kontrollieren", bestätigte die bisher unbescholtene 19-Jährige in ihrer Aussage alle Vorwürfe der Anklage. Markenpullis, Lidschatten oder auch Parfumflakons habe sie bei der Familie zwar mitgehen lassen, habe aber nichts davon verkauft oder für sich verwendet, nicht mal die Parfums.

Um jetzt aufzuklären, was mit ihr nicht stimmt, und um solche Vorfälle künftig zu vermeiden, habe sie sich in psychiatrische Behandlung begeben. Ein Ergebnis liegt noch nicht vor. Doch die Jugendgerichtshilfe rechnete der 19-Jährigen hoch an, dass sie nun "gerade dabei ist, das alles aufzuarbeiten". Dem schloss sich auch die Staatsanwältin an, plädierte deshalb dafür, dass die Angeklagte nicht bestraft, sondern eher der Betreuung der Jugendgerichtshilfe unterstellt wird. Im Ergebnis wurde die 19-Jährige von der Richterin schuldig gesprochen wegen Diebstahls und dafür formell verwarnt.

Eine Strafe verhängte die Richterin aber nicht, sondern gab der jungen Frau auf, ihre Psychotherapie fortzusetzen: "Sie bemüht sich, sich mit den Taten auseinander zu setzen, forscht nach dem Warum", lobte die Richterin. Dazu muss sich die Angeklagte sechs Monate lang allen Weisungen der Jugendgerichtshilfe unterstellen.

(wuk)
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