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Interview
„Bald auch Kindertag der Industrie“

Interview: „Bald auch Kindertag der Industrie“
Eindrücke der Langen Nacht der Industrie bei den Neuss-Düsseldorfer Häfen FOTO: Hammer, Linda
Düsseldorf. Nicolai Juchem, Vorstandsmitglied der Initiative "Zukunft durch Industrie", zieht Resümee über die zweite Ausgabe der Langen Nacht der Industrie.

Im nächsten Jahr sollen mehr Unternehmen teilnehmen. Vielleicht schon 2013 könnte es eine Extra-Veranstaltung für Kinder geben.

Herr Juchem, wie ist die zweite "Lange Nacht Industrie" aus Sicht des Veranstalters verlaufen?

Juchem Exzellent. Wir warten zwar noch auf die Auswertung der Beurteilungen durch die Besucher im Internet. Aber unser Eindruck ist, dass sowohl Unternehmen als auch Besucher sehr zufrieden waren.

Wenn die Veranstaltung so erfolgreich war, wie Sie sagen, wird die Lange Nacht der Industrie dann 2013 wiederholt?

Juchem Die Veranstaltung wird definitiv wiederholt. Wir haben auch schon ein Datum. Der 17.10.2013! Der Zuspruch ist so groß. Wir möchten Interessierte nicht enttäuschen.

Genau das ist aber in Teilen passiert. Sie hatten 2500 Plätze für die Touren zu den Unternehmen, aber 4000 potenzielle Bewerber. 1500 Bürger haben keinen Platz mehr bekommen. Wie wollen Sie das ändern?

Juchem Wir sind uns dieses Problems bewusst. Daher wollen wir die Zahl der Unternehmen, die an der Langen Nacht der Industrie im nächsten Jahr teilnehmen, deutlich erhöhen. Ich kann daher nur an die zahlreichen Unternehmer an Rhein und Ruhr appellieren, die Chance zu nutzen und im kommenden Jahr an der Veranstaltung teilzunehmen.

Sie haben dieses Jahr 56 Firmen zur Teilnahme bewegen können, das ist zwar ein Fortschritt gegenüber den 43 Betrieben im ersten Jahr, aber ihr Ziel von 100 teilnehmenden Unternehmen haben Sie klar verfehlt. Wie viele Firmen sind ihr Ziel für 2013?

Juchem Wir setzen uns ehrgeizige Ziele, um eine Dynamik zu entfalten. Die "100" war aber dabei vor allem ein Symbol, um deutlich zu machen, wie groß das Potenzial ist. Wie gesagt, alles steht und fällt mit der Zahl der Unternehmen, die an der Veranstaltung teilnehmen. Und die wollen wir weiter deutlich steigern, um die riesige Nachfrage zu befriedigen. Aber nageln Sie mich bitte heute noch nicht auf eine konkrete Prognose fest. Dafür ist es zwölf Monate vor der nächsten Aktion einfach noch zu früh. Ich bin aber sehr optimistisch, nachdem auch in der Politik die Positivstimmen zu unserem Engagement immer lauter werden.

Viele der Besucher sind ehemalige Betriebsangehörige oder Menschen, die sich ohnehin für Industrie interessieren. Ihr Ziel ist es aber, die von der Industrie Entfremdeten heranzuholen. Machen Sie mit Ihrer Langen Nacht nicht nur die "Katholischen noch katholischer"?

Juchem Nein, ganz im Gegenteil. An unseren Touren nehmen zwar auch einige ehemalige Mitarbeiter teil – die nenne ich mal die Profis. Die meisten unserer Teilnehmer haben aber noch nie ein Werk von innen gesehen. Die Neugier ist groß und das Vorwissen eher gering. Sie kommen bewusst mit der Motivation, mehr über industrielle Prozesse und die Sicherheits- und Umweltstandards der Unternehmen zu erfahren. Wir hatten in diesem Jahr auch mehr Schüler, Studenten und junge Berufstätige als bei den Touren durch die Betriebe als 2011.

Im vergangenen Jahr wurde das mangelnde Interesse der Politik an der Industrie-Nacht kritisiert. Hat sich das gebessert?

Juchem Die Beachtung durch die Politik ist auf jeden Fall gewachsen. In Duisburg etwa hat der nordrhein-westfälische Wirtschaftsminister Garrelt Duin an der Industrie-Nacht teilgenommen. Ein sehr gutes Zeichen. Auch das Medieninteresse war deutlich höher als im Vorjahr. Das macht unsere Veranstaltung bekannter und hilft unsere Idee zu verbreiten, Industrie transparenter zu machen.

Reicht es aus, nur an einem Tag im Jahr die Werkstore zu öffnen, um Verständnis für Industrie zu wecken?

Juchem Auf keinen Fall. Unsere Initiative setzt auf eine Vielzahl von Maßnahmen etwa durch Dialogveranstaltungen wie im Falle des Reisholzer Hafens. Wir wollen uns nicht nur einmal im Jahr öffnen, sondern verstärkt und dauerhaft vor allem junge Menschen begeistern. Dazu gehen wir in die Schulen und wecken das technische Interesse bei Kindern. Konkret planen wir eine Art "Kindertag der Industrie". Der könnte schon im Jahr 2013 zum ersten Mal stattfinden.

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