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Düsseldorf
Bald eigenes Jugendhospiz in Gerresheim

Düsseldorf: Bald eigenes Jugendhospiz in Gerresheim
Norbert Hüsson und Melanie van Dijck auf der Baustelle in Gerresheim. Geplant sind unter anderem je fünf Zimmer für Patienten und Angehörige. FOTO: Bauer
Düsseldorf. Die Erweiterung des Regenbogenlands soll im nächsten Jahr fertig sein. An den Kosten von rund 7,5 Millionen Euro beteiligt sich maßgeblich eine Stiftung, die nicht genannt werden will. Von Stefani Geilhausen

Riesige Schilder, auf denen Bauvorhaben angekündigt und beschrieben werden, sind in Düsseldorf nun wahrlich keine Seltenheit. Außergewöhnlich an dem, das seit dem Frühjahr an der Torfbruchstraße in Gerresheim steht: Nicht der Oberbürgermeister, die Landeshauptstadt oder das Land sind dort genannt. Sondern die Freunde und Förderer des Kindeshospiz Regenbogenland. "Der Neubau unserer Jugendeinrichtung ist komplett aus Spenden finanziert", sagt Norbert Hüsson, Vorsitzender des Fördervereins, stolz. An den für Bau, Einrichtung und Außenanlagen veranschlagten 7,5 Millionen Euro hat sich maßgeblich eine Stiftung beteiligt, deren Großzügigkeit noch dadurch unterstrichen wird, dass sie ungenannt bleiben will. "Wir sind sehr dankbar", sagt Hüsson und betont, dass dies nicht nur für die großen, sondern auch für die vielen kleinen Spenden gilt, die das Projekt ermöglicht haben.

Die ersten Mauern in der Baugrube stehen schon. Wenn alles nach Plan läuft, soll die Erweiterung des Hospizes in Betrieb genommen werden. Dann ist die seit 2013 geführte Bezeichnung Jugendhospiz auch gerechtfertigt. "Bislang waren wir das nur auf dem Papier", sagt Geschäftsführerin Melanie van Dijk. Die sieben Patientenzimmer sind in erster Linie auf Patienten unter 14 Jahren eingerichtet, die Hebelifte beispielsweise für größere Kinder nicht geeignet. "Unsere Patienten werden glücklicherweise immer älter - und darauf wollen wir uns gerne einstellen."

Eine separate Einrichtung wird der Neubau aber nicht. Er soll ganz im Stil des Regenbogenlands gestaltet werden, mit fünf Patienten- und ebenso vielen Zimmern für Angehörige, er wird einen eigenen Abschiedsraum - der in Hospizen von besonderer Bedeutung ist - erhalten und wie das bestehende Gebäude ein Atrium mit Glaskuppel haben, das für die besondere Atmosphäre des Hauses sorgt. Aber Neu- und Altbau sollen ein dabei großes Ganzes sein und werden. Im neuen Bau werden etwa auch Schulungs- und Seminarräume eingerichtet. Die gibt es schon, aber sie sind zu klein. "Schulung und Weiterbildung sind ein ganz großes Thema bei uns", sagt Hüsson. Denn das Haus lebt auch von der Qualität seiner Mitarbeiter. Und auch die vielen ehrenamtlichen Helfer, die für das Hospiz von großer Bedeutung sind, brauchen Schulungen und die Möglichkeit, sich über ihre Erfahrungen auszutauschen.

Auch der "Altbau", der auf dem Gelände der früheren Stockheim-Villa gerade mal zwölf Jahre steht, wird im Rahmen des Anbaus modernisiert beispielsweise werden die Patientenzimmer mit Sauerstoffanlagen ausgestattet.

Der Bedarf nach Unterbringungsmöglichkeiten für lebensverkürzend erkrankte Kinder ist hoch. Auch im Regenbogenland in Gerresheim gibt es etwa für die Ferien Wartelisten, wenn Familien für ein paar Tage Kraft tanken oder sich einmal uneingeschränkt um die gesunden Geschwister kümmern wollen und müssen - dann ist der Bedarf an kurzzeitiger Unterbringung besonders hoch. Seit in Wuppertal ein weiteres Kinder- und Jugendhospiz eröffnet hat, hat es in Gerresheim auch mal Phasen gegeben, in denen nicht alle Zimmer belegt waren. "Eltern wollen auch mal was Neues ausprobieren", sagt Hüsson. Das sei in Ordnung, "wir stehen nicht in einem Wettbewerb um kranke Kinder."

Quelle: RP
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