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Düsseldorf
Bank um 4500 Euro betrogen

Düsseldorf. Eine ehemalige Angestellte soll beim Wechseln getrickst haben.

Für den Verlust von 4500 Euro will eine Großbank jetzt eine Ex-Mitarbeiterin (23) und deren früheren Freund (33) zur Kasse bitten. Unter Betrugsanklage mussten beide gestern vors Amtsgericht, aber bis zum Urteil ist es noch weit.

Denn die Frau bestreitet, Ende 2016 bei einem Wechseltrick 500 Euro von ihrem damaligen Partner angenommen und 5000 Euro an ihn ausgezahlt zu haben. Die Anklage stützt sich auf Videos einer Überwachungskamera, die angeblich den Ex-Freund damals in der Bank gefilmt hatte. Doch ob die Aufnahmen wirklich diesen Mann zeigen, will der Richter jetzt durch einen Gutachter prüfen lassen. In einer Filiale am Wehrhahn soll die Frau den Schwindel durchgeführt haben, eingeloggt im Banksystem unter ihrem Namen. Sie beteuerte aber, in jener Bank sei es üblich gewesen, dass Kollegen auch unter fremdem Log-in mit dem Computersystem gearbeitet haben. Und bei einer Einnahme von 500 Euro plötzlich 5000 Euro bar auszuzahlen, sei nur durch eine bewusste Computer-Eingabe per Hand möglich gewesen. Dass ein Bankmitarbeiter aus Versehen die eingezahlte Summe mit einer zusätzlichen Null auf das Zehnfache erhöht haben könnte, hielt der Richter für "kaum denkbar": "Das merkt man doch, da liegen ja nur wenige Sekunden dazwischen!" Also war die Bank gezielt geprellt worden. Ob das jedoch auf das Konto der Angeklagten ging, bleibt zweifelhaft. Der damals gefilmte Geldwechsel-Kunde hatte nämlich volles Haar und abstehende Ohren, was beides nicht auf den Ex-Freund der Jungbankerin zutrifft. Und Videos, die den beteiligten Bankmitarbeiter beim Geldwechsel zeigen, gibt es nicht. Denn genau in jenem Bereich waren die Kameras damals ausgefallen, so die Angeklagte. Wann das anthropologische Video-Gutachten eines Sachverständigen vorliegt, ist derzeit ungewiss. Sicher ist, dass der Prozess um den Geldschwund bei der Bank erst danach weitergehen kann.

(wuk)
 
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