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Düsseldorf
Banken erheben höhere Gebühren

Düsseldorf: Banken erheben höhere Gebühren
Die Sparda-Bank erhebt wie viele andere Banken eine Gebühr für die Einzahlung von Münzgeld. FOTO: Andreas Endermann
Düsseldorf. Durch die niedrigen Zinsen ist den Kreditinstituten das wichtigste Geschäft weggebrochen. Viele Düsseldorfer Banken erhöhen daher Gebühren oder führen neue ein, etwa für Münzgeld-Rollen oder beleghafte Überweisungen. Von Thorsten Breitkopf

Immer stärker werden die Kunden von Banken zu den Leidtragenden der extremen Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank. Die Zeit der Gratis-Bankverbindungen scheint vorbei, zumindest wenn man mal genauer hinschaut, nicht nur auf die monatliche Kontoführungsgebühr.

Hintergrund: Das Zinsniveau lässt die Banken nicht mehr nur kein Geld mehr verdienen, auf bestimmte Einlagen bei der Bundesbank zahlen die Kreditinstitute Negativzinsen. Bei vermögenden Kunden werden diese bereits heute schon an die Anleger weitergereicht und quasi Strafzinsen erhoben. Doch das wagen die Düsseldorfer Banken bei ihren Normal-Kunden noch nicht, wie eine Umfrage unserer Redaktion bei Düsseldorfer Banken ergeben hat. Daher weichen verschiedene Institute aus, und erheben anstelle der Strafzinsen die Gebühren auf andere Bankdienstleistungen.

Die Commerzbank etwa wirbt auf der einen Seite in ganz Deutschland aggressiv mit einem kostenlosen Girokonto und sogar einer Wechselprämie für Fremdkunden über 50 Euro. Doch auch Deutschlands zweitgrößtes Institut geht den unpopulären Schritt, bestimmte Gebühren zu erhöhen. Laut Justine Zapolski, Pressesprecherin der Commerzbank in Düsseldorf, wird für eine beleghafte Überweisung inzwischen eine Gebühr von 1,50 Euro je Zahlung erhoben. Ebenso wurde eine Gebühr für Rollengeld, besonders im Einzelhandel wichtig, eingeführt. Sie beträgt 1,50 Euro je 30 Rollen mit Kleingeld. Am Gratis-Girokonto aber will die Bank laut Zapolski festhalten.

Die Sparda-Bank West erhebt seit April 2016 für die EC-Karte eine Jahresgebühr von zehn Euro. "Zudem haben wir unsere Gebühren für die Kreditkarten modifiziert und die Gebühren bei Münzgeldeingang geändert: Die erste Einzahlung pro Quartal ist frei, für jede weitere Einzahlung berechnen wir fünf Euro", sagt Ulrike Hüneburg, Pressesprecherin der Sparda-Bank West.

Ein Sprecher der Deutschen Bank betont, die Gebühren fürs Girokonto und sonstige Leistungen seit Jahren stabil zu halten. Doch bewegt sich der Branchenprimus mit 4,99 Euro im Monat für das Basiskonto eher im höheren Bereich. Erstmals führte die Postbank diesen Monat ein Online-Konto mit einer monatlichen Grundgebühr von 1,90 Euro ein. Ein flexibles Konto mit einem Entgelt von 3,90 Euro gibt es für Kunden, die ihre Bankgeschäfte online und in Filialen abwickeln wollen, das hatte im Sommer zu viel negativer Presse geführt.

Die Volksbank Düsseldorf-Neuss erhebt seit Oktober für das Online-Konto 2,99 Euro, sofern der Geldeingang unter 750 Euro im Monat und das Depot kleiner als 10.000 Euro ist. Der Preis für das klassische Girokonto wurde von 6,50 auf 7,99 Euro angehoben, bei den gleichen Einschränkungen. Der Preis für Visa- und Mastercard wurde auf 25 Euro im Jahr erhöht. Gleichzeitig wurden die Überziehungszinsen von 10,2 auf 9,95 Prozent gesenkt. Auch negative Zinsen können nicht ausgeschlossen werden. "Negative Zinssätze für Privatkunden sehen wir aktuell für unser Haus nicht. Wir können dies jedoch für die mittelfristige Zukunft bei einer weiteren Verschärfung der Geldpolitik nicht vollständig ausschließen", sagt Volksbank-Vorstandschef Rainer Mellis auf Anfrage. Auch die Volksbank Düsseldorf Neuss befinde sich "im politisch gewollten Niedrigzins- und Ertragsdruckumfeld zur Lebenserhaltung der total überschuldeten europäischen Süd-Staaten", sagt Mellis.

Quelle: RP
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